In this article
iOS-Anwendungssicherheit – Swift-Apps für Entwickler absichern
Alles Wissenswerte zur Anwendungssicherheit unter iOS – einschließlich bewährter Verfahren und Tools, mit denen Sie iOS-Apps vor Cyberbedrohungen schützen können.
Was ist Anwendungssicherheit unter iOS?
Bei der Anwendungssicherheit unter iOS kommen Sicherheitstools und -techniken zum Einsatz, um das Risiko von Cyberangriffen auf iOS-Anwendungen zu verringern.
Warum ist Anwendungssicherheit unter iOS wichtig?
Bei der Mobile-Cybersicherheit gibt es keine Einheitslösung. iOS hat eine grundlegend andere Architektur als Android und erfordert daher einen eigenen Ansatz für die Cybersicherheit. Die Systeme unterscheiden sich bereits von Grund auf und entwickeln sich ständig weiter. Außerdem gelten für iOS spezielle Anforderungen, etwa die App-Store-Validierung, die Codesignierung und eine sichere Boot-Kette.
Darüber hinaus ist iOS eine stärker geschlossene Plattform als Android, da nur ein Anbieter (Apple) sowohl die Software als auch die Hardware entwickelt. Entwickler müssen die Sicherheit zwar nicht für eine Vielzahl von Geräten optimieren, aber auch diese Geräte müssen abgesichert werden.
Sicherheitsfunktionen der iOS-Plattform
Wie auch bei Android integriert Apple Sicherheit in all seine Plattformen: Hardware, Software und Services arbeiten zusammen, um persönliche Daten zu schützen. Dazu gehören von Apple entwickelte Chips und Sicherheitshardware, Softwareschutz für das Betriebssystem und Apps von Drittanbietern sowie sichere Services für Updates, das App-Ökosystem, Kommunikation und Zahlungen.
Zu den Sicherheitsfunktionen der iOS-Plattform gehören:
Sichere Boot-Kette: iOS-Geräte nutzen eine sichere Boot-Kette, damit beim Startvorgang nur vertrauenswürdiger Code geladen wird. So wird verhindert, dass nicht autorisierte oder schädliche Software auf das Gerät gelangt.
System Integrity Protection (SIP): Diese Funktion schützt wichtige Systemdateien und -prozesse vor Änderungen durch Malware. SIP schränkt die Möglichkeit des Root-Benutzers ein, Systemdateien zu ändern – selbst mit Administratorrechten.
Secure Enclave: Die Secure Enclave ist ein separater Prozessor im iOS-Gerät, der kryptografische Vorgänge übernimmt und sensible Daten wie biometrische Daten für Touch ID und Face ID speichert. Er ist vom Hauptprozessor und dem übrigen System isoliert. Dadurch bleiben sensible Daten selbst dann unzugänglich, wenn das Gerät kompromittiert wurde.
Datenschutz: iOS-Geräte nutzen hardwarebasierte Verschlüsselung, um Nutzerdaten zu schützen. Die Daten werden auf Hardwareebene verschlüsselt und lassen sich nur mit dem richtigen Code oder einer biometrischen Authentifizierung entschlüsseln.
App-Sandbox: iOS-Apps werden in einer Sandbox-Umgebung ausgeführt, die ihren Zugriff auf Systemressourcen und andere Apps einschränkt. So wird verhindert, dass schädliche Apps auf sensible Daten zugreifen oder andere Apps auf dem Gerät beeinträchtigen.
Codesignierung: Alle Apps im App Store müssen von Apple signiert werden, um ihre Authentizität und Integrität sicherzustellen. Dadurch wird verhindert, dass Nutzer schädliche Apps mit Malware oder Spyware installieren.
Zwei-Faktor-Authentifizierung: iOS-Geräte unterstützen die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die den Anmeldevorgang um eine zusätzliche Sicherheitsebene ergänzt.
Gatekeeper: iOS umfasst eine Funktion namens Gatekeeper, die das System vor schädlicher Software schützt. Dazu überprüft sie die digitale Signatur von Apps, damit nur vertrauenswürdige Apps auf einem Gerät installiert werden.
Netzwerksicherheit: iOS-Geräte nutzen verschiedene Netzwerksicherheitsfunktionen, um vor Netzwerkangriffen zu schützen. Dazu gehören verschlüsselte Kommunikationsprotokolle, zertifikatsbasierte Authentifizierung und VPN-Unterstützung.
Datenschutzeinstellungen: iOS bietet Datenschutzeinstellungen, mit denen Sie das Ad-Tracking einschränken, die Standortfreigabe steuern und App-Berechtigungen verwalten können.
Face ID und Touch ID: iOS-Geräte verfügen über biometrische Authentifizierungsfunktionen wie Face ID und Touch ID. Die biometrischen Daten werden sicher in der Secure Enclave gespeichert und sind für andere Apps oder Prozesse nicht zugänglich.
Automatische Updates: iOS-Geräte laden Sicherheitsupdates automatisch herunter und installieren sie, damit die Geräte vor neuen Bedrohungen und Sicherheitslücken geschützt bleiben.
Bewährte Verfahren für die iOS-Sicherheit
Eine umfassende Sicherheitsstrategie ist wichtig. Dazu gehören regelmäßige Sicherheitsprüfungen, Schulungen der Mitarbeitenden zu bewährten Sicherheitsverfahren und ein Plan für den Umgang mit Sicherheitsvorfällen. Mit einem proaktiven Sicherheitsansatz können Entwickler dazu beitragen, iOS-Apps und -Geräte zu schützen und potenzielle Bedrohungen abzuwehren. Zu den bewährten Verfahren für die iOS-Sicherheit gehören:
Sichere Kommunikation durchsetzen: Schützen Sie Daten bei der Übertragung und im Ruhezustand mit sicheren Kommunikationsprotokollen wie HTTPS und SSL/TLS. So sind Daten während der Übertragung über das Netzwerk geschützt. Verschlüsseln Sie Daten außerdem bei der Speicherung auf dem Gerät, um unbefugten Zugriff zu verhindern, falls es verloren geht oder gestohlen wird.
Berechtigungsverwaltung: Entwickler sollten sich über Unterschiede zwischen Testversionen und Live-Versionen ihrer App bewusst sein, da Testversionen zu Debugging-Zwecken möglicherweise umfangreichere Zugriffsrechte haben. Entfernen Sie vor der Veröffentlichung der App im App Store alle unnötigen Berechtigungen, damit die App nur auf benötigte Ressourcen zugreift.
Daten sicher speichern: iOS bietet eine sichere Umgebung für die Datenspeicherung. Trotzdem ist es wichtig, Daten vor potenziellen Angriffsflächen zu schützen. Beschränken Sie den Zugriff auf Dateien und Verzeichnisse und stellen Sie sicher, dass temporäre Dateien und Caches regelmäßig gelöscht werden.
Services und Abhängigkeiten aktuell halten: Entwickler sollten ihre Apps regelmäßig aktualisieren, um bekannte Sicherheitslücken und Fehler zu beheben. Dazu gehören auch Updates für Bibliotheken und Abhängigkeiten von Drittanbietern, die ausnutzbare Sicherheitslücken enthalten können.
Checkliste zur Anwendungssicherheit unter iOS:
Gehen Sie diese Checkliste durch, um sicherzustellen, dass Ihre iOS-Anwendung für Cyberbedrohungen gewappnet ist.
Legen Sie Sicherheits- und Berechtigungsrichtlinien früh im Entwicklungsprozess fest, damit die Anwendung sicher ist und alle von Apple vorgegebenen Sicherheitsstandards erfüllt.
Verwenden Sie SSL/TLS für die Netzwerkkommunikation, um Daten während der Übertragung zu verschlüsseln und vor Abhörversuchen und Man-in-the-Middle-Angriffen zu schützen.
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie sensible Daten auf Mobilgeräten speichern, und reduzieren Sie die gespeicherte Menge, um das Risiko von Datenpannen oder Datendiebstahl zu minimieren.
Nutzen Sie alle verfügbaren Sicherheitsfunktionen von iOS, um ein möglichst hohes Sicherheitsniveau für die Anwendung zu gewährleisten.
Stellen Sie sicher, dass Anwendungen Apples strenge App-Store-Standards erfüllen, damit sie für den App Store bereit sind.
Nutzen Sie automatisierte Tools, um Services und Abhängigkeiten aktuell zu halten und so das Risiko von Sicherheitslücken zu verringern. Durch kontinuierliche Überwachung und Tests der Anwendung lassen sich potenzielle Sicherheitslücken erkennen, bevor sie ausgenutzt werden.
Testen, testen, testen. Führen Sie regelmäßig Penetrationstests und weitere Methoden des Ethical Hacking durch, um die Anwendungssicherheit zu überprüfen. Mobile Apps sollten in alle Prozesse für Sicherheitstests und -messungen einbezogen werden.
Tools für die Anwendungssicherheit unter iOS
Mit den folgenden Sicherheitstools können Sie iOS-Anwendungen schützen, indem Sie Sicherheitslücken erkennen und beheben, bevor Angreifer sie ausnutzen.
Statische Anwendungssicherheitstests (SAST): SAST-Tools analysieren den Quellcode einer iOS-Anwendung, ohne ihn auszuführen. So helfen sie dabei, potenzielle Sicherheitslücken wie Pufferüberläufe, SQL-Injection und Cross-Site-Scripting (XSS) zu erkennen. Diese Tools finden Probleme auf Codeebene und ermöglichen es, Sicherheitslücken schnell und automatisiert zu identifizieren, bevor die Anwendung veröffentlicht wird.
Software Composition Analysis (SCA): SCA-Tools ermitteln, welche Open-Source-Bibliotheken und -Komponenten in einer iOS-Anwendung verwendet werden, und prüfen, ob bekannte Sicherheitslücken vorliegen. Falls ja, empfehlen sie Maßnahmen zu deren Behebung. SCA erkennt außerdem Verstöße gegen Lizenzbedingungen, die zu rechtlichen Problemen führen können.
Fuzzing: Beim Fuzzing erzeugt ein Tool zufällige Eingaben, sogenannte Testfälle, um eine iOS-Anwendung zum Absturz zu bringen oder Sicherheitslücken aufzudecken. Fuzzing-Tools können unterschiedliche Eingaben generieren, etwa fehlerhafte oder unerwartete Daten. So lassen sich Sicherheitslücken erkennen, die andere Testverfahren möglicherweise übersehen.
Dynamische Anwendungssicherheitstests (DAST): DAST-Tools testen eine iOS-Anwendung, indem sie Eingaben an sie senden und ihre Antworten analysieren. DAST erkennt Sicherheitslücken wie Injection-Angriffe, XSS sowie Schwachstellen bei der Authentifizierung und Sitzungsverwaltung. Außerdem kann damit die Sicherheit der von der Anwendung verwendeten APIs getestet werden.
Interaktive Anwendungssicherheitstests (IAST): IAST vereint die Vorteile von SAST und DAST. Dabei wird der Quellcode der iOS-Anwendung während der Ausführung analysiert. So erhalten Sie detaillierte Informationen zu den konkreten Codezeilen, die Sicherheitslücken verursachen. IAST erkennt außerdem Sicherheitslücken in Echtzeit, indem es die laufende Anwendung testet.
Überwachung und Erkennung: Tools für Überwachung und Erkennung überprüfen iOS-Anwendungen auf potenzielle Sicherheitsbedrohungen. Sie erkennen Angriffe wie SQL-Injection, Malware und Datenexfiltration. Außerdem überwachen sie den Netzwerkverkehr auf verdächtige Aktivitäten. Für erkannte verdächtige Aktivitäten in einer iOS-Anwendung können Nutzer Warnmeldungen und Benachrichtigungen einrichten.
Anwendungssicherheit unter iOS mit Snyk
Anwendungssicherheit unter iOS ist entscheidend, um sensible Nutzerdaten zu schützen und sicherzustellen, dass Geräte wie vorgesehen funktionieren. Snyk bietet eine umfassende Suite aus Tools und Services, mit der Sie iOS-Anwendungen absichern und das Risiko von Sicherheitsvorfällen verringern können.
Snyk Code SAST (Static Application Security Testing) erkennt und behebt Sicherheitslücken im Swift-Quellcode. Das Tool findet vielfältige Sicherheitslücken in Anwendungen, etwa SQL-Injection, Cross-Site-Scripting (XSS) und Pufferüberläufe. So können Entwickler Probleme frühzeitig erkennen, bevor daraus potenzielle Sicherheitsvorfälle entstehen.
Snyk Open Source SCA (Software Composition Analysis) scannt den Code und die Abhängigkeiten einer Anwendung auf bekannte Sicherheitslücken. So werden Sicherheitsprobleme in Open-Source-Bibliotheken von Drittanbietern erkannt, die in der Anwendung zum Einsatz kommen. Durch die Behebung dieser Sicherheitslücken können Entwickler das Risiko von Sicherheitsvorfällen deutlich senken.
Snyk unterstützt auch Swift, derzeit in einer Closed Beta. Entwickler können mit Snyk Code SAST Swift-Code scannen und Sicherheitslücken darin erkennen. Das ist besonders für iOS-Entwickler wichtig, die Swift als primäre Programmiersprache verwenden.
Da mobile Apps nicht eigenständig funktionieren, sondern für den reibungslosen Betrieb oft auf externe Services und APIs angewiesen sind, bieten wir Tools wie Snyk Container und Snyk IaC, um verbundene Services vollständig abzusichern.
Sichern Sie Ihre Anwendungen mit unserem entwicklerorientierten Tool
Effiziente und umsetzbare Empfehlungen für die Anwendungssicherheit – in IDEs, Repositories, Containern und Pipelines.
Erfahren Sie mehr über die Sicherheitsfunktionen von Snyk, indem Sie eine Live-Demo buchen.