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Sicherheitsautomatisierung verstehen
Was ist Security-Automatisierung?
Security-Automatisierung bezeichnet den Einsatz von Software, die Sicherheitsprozesse, Anwendungen und Infrastruktur mit weniger menschlichem Aufwand integrieren kann. So können Security- und Entwicklungsteams sichere Software in großem Umfang bereitstellen.

Wie oben beschrieben, verbindet die Automatisierung der Anwendungssicherheit Tools und Lösungen, um Schwachstellen innerhalb von Software zu finden und zu beheben. Auch hier ist Automatisierung ein wesentlicher Bestandteil einer effektiven Anwendungssicherheit. Durch die Automatisierung von Erkennung, Priorisierung und Behebung können sich Entwicklungs- und Sicherheitsteams auf anspruchsvollere Aspekte konzentrieren, die sicherstellen, dass bereitgestellte Anwendungen geschützt bleiben.
Da Hacker Anwendungen immer häufiger ins Visier nehmen, ist die manuelle Reaktion auf Bedrohungen oft langsam und arbeitsintensiv. Die Automatisierung der Anwendungssicherheit ermöglicht jedoch einfach umzusetzende und wiederholbare Prozesse, die dazu beitragen, Ihre Technologieumgebung zu schützen. Um automatisierte Sicherheit zu erreichen, empfehlen Best Practices für die Anwendungssicherheit, in jeder Phase des Build-, Test- und Release-Zyklus verschiedene automatisierte Tools einzusetzen.
Warum ist die Automatisierung der Anwendungssicherheit wichtig?
Mit zunehmender Geschwindigkeit und Komplexität der Softwareentwicklung hat auch die Anwendungssicherheit Schritt gehalten. Durch diese wachsende Komplexität ist es jedoch immer schwieriger geworden, Sicherheit und Compliance manuell zu verwalten. Unternehmen stellen oft fest, dass manuelle Sicherheitsmaßnahmen mit dem Innovationstempo, das für ihre Wettbewerbsfähigkeit erforderlich ist, nicht mithalten können.
Manuelle Sicherheitsmaßnahmen erkennen und beheben neue Bedrohungen oder Fehler in Produktionsumgebungen oft nur langsam. Dadurch können Ihre Systeme anfällig für Angriffe werden oder Compliance-Probleme entstehen. Um Erkennung und Behebung deutlich zu verbessern, können Systeme zur Sicherheitsautomatisierung den täglichen Betrieb optimieren, indem sie Richtlinien, Prozesse, Anwendungen und Infrastruktur während des gesamten Entwicklungszyklus integrieren.
Die schwerwiegenden Folgen eines Sicherheitsvorfalls sprechen am deutlichsten für Sicherheitsautomatisierung. So führte eine Datenpanne bei Equifax zu einer Sammelklage, die das Unternehmen 380,5 Millionen US-Dollar kostete. Aktuelle Berichte zeigen zudem, dass 43 % der Datenpannen mit Schwachstellen in Anwendungen zusammenhängen. Neben direkten finanziellen Verlusten leidet bei Sicherheitsvorfällen häufig auch das Vertrauen der Kundinnen und Kunden, was zu weiteren Verlusten führen kann.
Die Anwendungsentwicklung hat sich grundlegend verändert. Um mit dem rasanten Wandel Schritt zu halten, sind Unternehmen zum unten dargestellten Open-Source-Entwicklungsmodell übergegangen. Dabei werden nur 10 bis 20 % des Codes intern entwickelt. Heute bestehen 80 bis 90 % der Codebasis von Software aus Open Source. Bis zu 86 % der Schwachstellen finden sich in diesen indirekten Abhängigkeiten.

Auch die zunehmende Verwendung von Containern und Infrastructure as Code (IaC) in der Anwendungsentwicklung kann zu Schwachstellen führen. So haben beispielsweise Fehlkonfigurationen der Infrastruktur bereits zu einigen bekannten Sicherheitsvorfällen geführt.
Eine effektive Automatisierung der Anwendungssicherheit versetzt Entwicklungs- und Sicherheitsteams in die Lage, schnell zu reagieren und kostspielige Sicherheitsvorfälle zu verhindern.
Vorteile der Automatisierung der Anwendungssicherheit
„Ohne Sicherheitsautomatisierung und die entsprechenden Tools wäre es ehrlich gesagt ein Albtraum. Wir wären ständig damit beschäftigt, bei Abhängigkeiten von Anwendungen oder neuen Containern aufzuholen. Ohne Automatisierung lässt sich das einfach nicht skalieren.“
Alfonso Cabrera, Director of Platform Engineering bei Red Ventures
Automatisierung gibt Entwicklungs- und Sicherheitsteams mehr Freiraum, sich auf die komplexeren Aufgaben zu konzentrieren. Weitere Vorteile der Sicherheitsautomatisierung sind:
Schnellere Erkennung: Sicherheitsautomatisierung sorgt für intelligente Bedrohungserkennung in der gesamten IT-Umgebung und löst auf Basis erkannter Bedrohungen Sicherheitsbenachrichtigungen aus.
Verbesserte Reaktion auf Sicherheitsvorfälle: AppSec-Teams können von Sicherheitsmeldungen schnell überlastet werden. Automatisierte Sicherheitssysteme helfen dabei, Bedrohungsmeldungen nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren. Außerdem lassen sich manche Reaktionen automatisieren, sodass Probleme ohne manuelles Eingreifen behoben werden.
Bessere Einblicke in Sicherheitskennzahlen: Mit Tools zur Sicherheitsautomatisierung können Sie Sicherheitsvorfälle und Bedrohungen verfolgen und darüber berichten. So können AppSec-Teams ihre Maßnahmen auf kritische Bereiche konzentrieren und wirksame Richtlinien für die Anwendungssicherheit entwickeln.
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Bei herkömmlichen Sicherheitsprozessen erfolgt die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle oft erst im Nachhinein, nachdem ein Vorfall eingetreten ist. Die folgende Abbildung zeigt ein herkömmliches Plan-, Build- und Deploy-Modell, das zeitaufwendig ist und Entwickler stark beansprucht.
Es ist unrealistisch, eine fehlerfreie Anwendungsbereitstellung ohne Schwachstellen oder Sicherheitsvorfälle zu erwarten. Doch durch die frühzeitige Automatisierung von Sicherheitsscans und Mechanismen für proaktive Reaktionen auf mögliche Probleme lassen sich die Folgen von Vorfällen begrenzen.
Automatisierte Sicherheitsscans schaffen Vertrauen in Softwarebereitstellungen, indem sie bekannte Schwachstellen während der Build-Phase erkennen und Codekorrekturen zur Behebung vorschlagen. Zudem bieten automatisierte Scans einen vollständigen Überblick über Ihre Schwachstellen. So können Sie die Priorität solcher Schwachstellen angemessen herabsetzen, die wahrscheinlich nie ausgenutzt werden. Das macht Warnmeldungen und nachträgliche Analysen überflüssig, die bei herkömmlichen Prozessen anfallen.
Welche Sicherheitsprozesse lassen sich automatisieren?
Die Sicherheitsautomatisierung kann einige der mühsamsten und wichtigsten Aufgaben Ihres Sicherheitsframeworks übernehmen. Hier sind fünf Prozesse, die besonders von der Kombination aus Automatisierung und Sicherheit profitieren.
Überwachen und erkennen: Unternehmen müssen jederzeit Einblick in alle Bereiche ihrer IT-Umgebung haben. Tools zur Sicherheitsüberwachung bieten diese Transparenz in großem Umfang und integrieren erkannte Schwachstellen in eine umfassende Ansicht für die laufende Überwachung. Einige Automatisierungstools prüfen außerdem den Open-Source-Code in Anwendungen, die sich im Produktivbetrieb befinden, anhand von Schwachstellendatenbanken und benachrichtigen Sicherheitsteams über neu entdeckte Schwachstellen.
Untersuchung von Bedrohungen: Sobald eine Schwachstelle erkannt wurde, müssen Sicherheitsteams herausfinden, welche Maschinen oder Knoten betroffen sind, welcher Schaden entstanden ist und welche Schwachstellen ausgenutzt wurden. Sicherheitsautomatisierung kann einen Großteil dieser forensischen Arbeit erheblich schneller erledigen als Entwickler oder Engineers. Bei einem Denial-of-Service-Angriff (DoS) kann ein automatisiertes Sicherheitstool beispielsweise feststellen, ob der Angriff auf Missbrauch oder eine plötzliche HTTP-Flut zurückzuführen war. Diese Informationen helfen dabei, die erforderlichen Schutz- oder Behebungsmaßnahmen festzulegen.
Reaktion auf Sicherheitsvorfälle: Wird eine Schwachstelle oder ein Angriff erkannt, legt AppSec die geeignete Reaktion fest. Mit Sicherheitsautomatisierung lassen sich viele Maßnahmen schnell umsetzen, etwa Malware entfernen, einen Dienst deaktivieren oder Patches bzw. Upgrades installieren, um sich vor neuen Vorfällen zu schützen. Ist ein System beispielsweise mit Malware infiziert, können automatisierte Tools forensische Daten abrufen, das infizierte Netzwerk deaktivieren, Schwachstellenscans durchführen, um weitere gefährdete Systeme zu ermitteln, und diese isolieren, bis das Problem behoben ist.
Berechtigungsverwaltung: Die Verwaltung von Nutzenden und ihren Berechtigungen ist eine zentrale Sicherheitsaufgabe. Bei Tausenden von Nutzenden kann es jedoch schwierig sein, den Überblick zu behalten. In einem solchen Fall kann es Stunden oder Tage dauern, Nutzende und Mitarbeitende hinzuzufügen, ihre Daten zu ändern oder sie zu entfernen. Die automatisierte Bereitstellung oder Deaktivierung von Nutzerkonten und die Untersuchung von Berechtigungsausweitungen auf Hosts – neben vielen anderen nutzerbezogenen Aufgaben – spart Aufwand, Zeit und letztlich Ressourcen.
Kontinuität von Anwendungen und Geschäftsbetrieb: Können AppSec-Teams sicherstellen, dass Systeme und Daten während oder nach einem Angriff betriebsfähig bleiben? Oder muss das System bei bestimmten Angriffen vollständig offline genommen werden, um schwere Schäden oder Datenlecks zu verhindern? Sicherheitsautomatisierung kann bei einem Brute-Force-Angriff IP-Blockierungsregeln anwenden, um Schäden zu verhindern und die Nutzung anderer IP-Adressen zu ermöglichen. Außerdem kann die Automatisierung kritische Serverinstanzen replizieren und so dazu beitragen, dass wichtige Daten verfügbar bleiben.
Welche Sicherheitsprozesse lassen sich nicht automatisieren?
Auch wenn sich die Technologie für automatisierte Sicherheit stetig verbessert, gibt es noch viele Aspekte, die menschliche Aufmerksamkeit erfordern, um potenzielle Schwachstellen in Anwendungen zu überprüfen oder präzise zu beurteilen. Es stellt sich die Frage: Welche Bereiche der Sicherheit lassen sich nicht automatisieren?
Die folgenden Prozesse erfordern Fachwissen, das sich nicht automatisieren lässt, da sie sehr differenziert sind und vom jeweiligen Kontext abhängen:
Threat Modeling ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung sicherer Software. Da diese Modelle eine kontextspezifische Planung erfordern, die Berechtigungen und Schwächen in der Geschäftslogik einbezieht, braucht es erfahrene interne Testerinnen und Tester mit umfassenden Kenntnissen der gesamten Softwareumgebung. Die Modelle helfen Entwicklungs- und Sicherheitsteams, Risiken in einer Anwendung zu verstehen, bevor sie erstellt wird. Wird dieser Prozess vom Team, das die Software entwickelt, korrekt durchgeführt, liegt sein Wert nicht nur in den erkannten Risiken. Threat Modeling erhöht das Sicherheitsbewusstsein und fördert eine Kultur der Verantwortung für Sicherheit. Es gibt zwar Tools, mit denen sich dieser Prozess automatisieren lässt, wir empfehlen jedoch, ihn manuell und unter Leitung von Fachleuten durchzuführen.
Penetrationstests verwenden kontrollierte Cyberangriffe auf ein laufendes System, um Schwachstellen zu ermitteln, die Angreifende ausnutzen könnten. Ähnlich wie beim Threat Modeling hat jede Softwareumgebung eigene potenzielle Angriffsflächen. Daher erfordern Penetrationstests das unternehmensspezifische Wissen und die Vorstellungskraft einer internen Security-Engineer-Fachkraft. Penetrationstests lassen sich zwar nicht automatisieren, werden aber aussagekräftiger, wenn die testende Person Tests schreibt, mit denen sich die Ergebnisse reproduzieren lassen. Diese Tests sollten anschließend als Teil der Pipeline ausgeführt werden, um ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern.
Bug-Bounty-Programme laden unabhängige Sicherheitsforschende dazu ein, Fehler, Sicherheitslücken und Schwachstellen an ein Unternehmen zu melden und dafür Prämien oder eine Vergütung zu erhalten. Diese Programme helfen wirksam dabei, unbekannte Probleme zu erkennen, bevor sie von böswilligen Akteuren entdeckt werden. Bug-Bountys lassen sich im Allgemeinen nicht automatisieren, da die Websites und Anwendungen, für die Prämien ausgelobt werden, vor der Einrichtung eines Bug-Bounty-Programms bereits automatisierte Prüfungen durchlaufen haben.
Ein wirksames Programm für Anwendungssicherheit geht über Automatisierung hinaus. Auch wenn sich die oben genannten Prozesse nicht automatisieren lassen, können sie zum Schutz Ihrer Anwendungen beitragen. Manuelle und automatisierte Tests der Anwendungssicherheit ergänzen einander.
Automatisierte Behebungsprozesse
Automatisierte Tools für Anwendungssicherheit suchen nach bekannten Schwachstellen und schlagen Entwicklern Maßnahmen zur Behebung dieser Probleme vor. Da Angriffe häufig Schwachstellen auf Anwendungsebene ausnutzen, um auf Systeme zuzugreifen, können diese automatisierten Sicherheitsempfehlungen entscheidend sein, um die Sicherheit auf Anwendungsebene zu verbessern. Doch Sicherheitsautomatisierung kann noch mehr: Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle lassen sich automatisieren, um AppSec-Teams weiter zu entlasten.
Neben der proaktiven Behebung von Schwachstellen während des Builds können die folgenden Maßnahmen für einen automatisierten Prozess zur Behebung von Schwachstellen im Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) eingesetzt werden:
Vorschläge für minimale Korrekturen: Automatisierte Tools für Anwendungssicherheit ermitteln das minimale erforderliche Upgrade, um eine Schwachstelle zu beheben, und weisen Entwickler auf das Risiko hin, dass der vorgeschlagene Fix den Code beeinträchtigt.
Behebung im Pull Request: Werden automatisierte Sicherheitstools für Scans von Pull Requests konfiguriert, können sie Sicherheitsmeldungen direkt im Pull Request anzeigen und automatische Korrekturen vorschlagen. So können Entwickler die erforderlichen Upgrades und Patches mit einem Klick implementieren.
Patch-Verwaltung: Wenn ein Upgrade zur Behebung eines Sicherheitsvorfalls Anwendungssysteme beeinträchtigen würde, ermitteln automatisierte Sicherheitstools den erforderlichen Patch und verwalten die nötigen Rollbacks, damit Produktionsumgebungen stabil bleiben.
Abhängigkeits-Upgrades: Automatisierte Sicherheit hilft dabei, Projekte sicher und aktuell zu halten, indem sie anfällige und veraltete Abhängigkeiten findet und schnell behebt.
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Mit Security-Automatisierung mehr erreichen
Die heutigen Entwicklungsprozesse und die zunehmend komplexe Bedrohungslandschaft machen Security-Automatisierung zu einer praktischen Notwendigkeit für jeden erfolgreichen Softwarebetrieb. Application-Security-Automatisierung verkürzt die Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen drastisch und verschafft DevOps einen Vorsprung gegenüber bekannten Bedrohungen. Automatisierung bedeutet weniger Angriffsfläche und weniger Bedrohungen sowie besseren Schutz von Kundeninformationen – und stärkt so den Unternehmensruf und die Rentabilität.
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