In this article
Anwendungssicherheit messen: Kennzahlen, Tools und KPIs
Erfahren Sie, welche wichtigen Kennzahlen Sie für Ihre Anwendungen erfassen sollten und welche Tools Sie dabei unterstützen.
Viele Unternehmen haben ein Anwendungssicherheitsprogramm aufgebaut und dafür Tools und Prozesse wie Static Application Security Testing (SAST), Software Composition Analysis (SCA) oder eine DevSecOps-Kultur eingeführt. Diese Anwendungssicherheitsmethoden umzusetzen, ist wichtig. Ebenso wichtig ist es jedoch, ihre Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen und zu messen.
Den Erfolg Ihres Anwendungssicherheitsprogramms zu messen, ist entscheidend, um Risiken zu steuern und das Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, warum es wichtig ist, den Erfolg von Softwaresicherheit zu messen, welche zentralen Kennzahlen Sie erfassen sollten und mit welchen Tools Sie diese Daten sammeln können.
Warum sind AppSec-Kennzahlen wichtig?
Die richtigen Anwendungssicherheitslösungen und -prozesse auszuwählen, ist wichtig. Unternehmen müssen jedoch auch langfristig nachweisen, dass diese Maßnahmen wirksam sind. Anwendungssicherheitskennzahlen zeigen klar, was funktioniert und was nicht, und helfen Ihnen so, die Effektivität Ihres Teams sicherzustellen.
Die Erfolgsmessung Ihres Anwendungssicherheitsprogramms bietet außerdem folgende Vorteile:
Risikomanagement. In einem modernen Entwicklungslebenszyklus lassen sich Risiken nicht vollständig vermeiden. Kennzahlen helfen Sicherheitsteams jedoch dabei, zu entscheiden, welche nicht kritischen Risiken sie akzeptieren können und welche geschäftskritischen Risiken sofort angegangen werden müssen.
Unterstützung durch die Geschäftsleitung. Sicherheitskennzahlen aus Tools machen Erfolge, ROI und Entwicklungspotenziale eines AppSec-Programms sichtbar. So können Sicherheitsteams die Unterstützung der Geschäftsleitung gewinnen. Außerdem ermöglichen sie Führungskräften, fundierte Entscheidungen zur Verbesserung des Anwendungssicherheitsprogramms zu treffen.
Bessere Zusammenarbeit im Team. Sicherheitsteams können das Vertrauen der Entwicklungsteams stärken, indem sie die Wirksamkeit der gewählten AppSec-Tools und -Methoden belegen. Kennzahlen können außerdem Entwicklerinnen und Entwickler dabei unterstützen, ihren eigenen Code abzusichern. Wenn andere Teams konkrete Belege für den Erfolg der Sicherheitsmaßnahmen sehen, übernehmen sie AppSec-Praktiken eher in ihre tägliche Arbeit.
Compliance. Vorschriften wie SOC2 verpflichten Unternehmen dazu, quantitative Daten zu ihren Anwendungssicherheitsmaßnahmen vorzulegen. Unternehmen profitieren davon, diese Kennzahlen proaktiv zu erfassen – bevor eine Prüfstelle oder ein potenzieller Kunde danach fragt.
Insgesamt bessere Sicherheitslage. Kennzahlen zeigen Ihrem Team klar, welche Tools und Prozesse wirksam sind und wo Verbesserungsbedarf besteht. Wenn Sie Ihr Anwendungssicherheitsprogramm anhand konkreter Daten weiterentwickeln, verbessert sich Ihre Sicherheitslage langfristig.
Welche Sicherheits-KPIs sollten Sie messen?
Teams sollten die Wirksamkeit ihres AppSec-Programms aus verschiedenen Blickwinkeln messen. Anhand unterschiedlicher KPIs können sie sicherstellen, dass das Anwendungssicherheitsprogramm zu den individuellen Anforderungen und Strukturen ihres Unternehmens passt. Diese fünf Kennzahlen sind ein guter Ausgangspunkt:
Ausnutzbare Schwachstellen. Wie viele Ihrer Assets weisen ausnutzbare und erreichbare Schwachstellen auf? Und wie viele davon liegen im hohen bis kritischen CVSS-Bereich?
Übereinstimmung mit Compliance-Frameworks. Wie gut erfüllt Ihr Programm die Anforderungen von Compliance-Frameworks wie FEDRamp, SOC2, PCI und ISO? Erfüllen Sie die Standards Ihrer Branche und Ihres Standorts, etwa HIPAA oder DSGVO?
Einhaltung interner Richtlinien. Wie viel Prozent Ihrer Anwendungen entsprechen den internen Sicherheitsrichtlinien? Diese unternehmensspezifischen Richtlinien konzentrieren sich häufig auf geschäftskritische Anwendungen und andere geschäftliche Prioritäten.
Behebungszeit. Wie lange brauchen Sicherheits- und Entwicklungsteams, um schwerwiegende Schwachstellen zu beheben, nachdem ein Tool sie erkannt hat?
Tool-Abdeckung. Gibt es Lücken in Ihrer Gesamtabdeckung, die Ihr Team schließen muss? Diese Kennzahlen sind besonders wichtig für kürzlich übernommene oder fusionierte Unternehmen, da sie wahrscheinlich neue kritische Assets mitbringen, die von den vorhandenen Sicherheitstools nicht abgedeckt werden.
Tools zur Erfolgsmessung der Anwendungssicherheit
Wie können Teams mit der Erfassung dieser wertvollen Kennzahlen beginnen? Es gibt verschiedene Tools, mit denen sich Messwerte zur Anwendungssicherheit erfassen lassen. Zu den gängigsten AppSec-Lösungen zählen:
Static Application Security Testing (SAST) - SAST-Tools verhindern, dass Schwachstellen in Ihre Codebasis gelangen. Sie scannen proprietären Code in Ihrer IDE oder an bestimmten Punkten Ihrer CI/CD-Pipeline.
Software Composition Analysis (SCA) - SCA-Tools scannen Open-Source-Pakete und Abhängigkeiten auf Schwachstellen. Wenn Teams SCA-Daten mit SAST-Scan-Ergebnissen kombinieren, erhalten sie ein besseres Bild von der Sicherheitslage ihres eigenen und des Codes von Drittanbietern.
Container-Sicherheit. Container-Sicherheit erkennt Sicherheitslücken in Container-Workloads. Sie konzentriert sich auf das Scannen nach Schwachstellen – von der Pipeline bis zur Produktion – und schlägt anschließend Maßnahmen vor, etwa ein unsicheres Basis-Image durch eine sicherere Version zu ersetzen.
Cloud-Security-Tools. Cloud-Sicherheitstools wie Cloud Security Posture Management (CSPM) und IaC-Security-Tools helfen Teams, Fehlkonfigurationen in ihren Cloud-Umgebungen zu erkennen.
Entwicklertools. Werden Kennzahlen aus SCM-Toolkits wie GitHub oder Bitbucket in ein Sicherheitstool wie eine ASPM-Plattform eingebunden, können sie Aufschluss über den Reifegrad Ihres AppSec-Programms geben. Die Zusammenführung der Aktivitäten aus diesen Toolkits in Ihrer ASPM-Plattform macht Erfolge und Lücken Ihres aktuellen AppSec-Ansatzes sichtbar.
So führen Sie eine Gap-Analyse für die Anwendungssicherheit durch
In diesem Leitfaden führen wir Sie durch die Schritte einer Gap-Analyse für die Anwendungssicherheit, mit der Sie die Transparenz über Ihre Assets, die AppSec-Abdeckung und die Priorisierung bewerten.
Wie ASPM Unternehmen bei der Messung von AppSec-Vorteilen unterstützt
Jede AppSec-Lösung liefert wertvolle Erkenntnisse. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Tools fällt es Unternehmen jedoch oft schwer, den Erfolg zu messen. Wer beispielsweise nur Kennzahlen eines SCA-Tools betrachtet, erhält ein unvollständiges Bild der Anwendungsrisiken, da Informationen zur Sicherheit des eigenen Codes, von Containern und mehr fehlen. Wenn Sie alle Sicherheitsdaten in einer Application Security Posture Management (ASPM)-Plattform zusammenführen, können Sie Ihre Effizienz steigern und unnötige Meldungen reduzieren.
ASPM-Tools kombinieren Daten aus Ihren vorhandenen Assets und Sicherheitstools und liefern so detaillierte Einblicke in Ihre gesamte Sicherheitslage. ASPM fungiert als „Flugverkehrskontrolle“ für Ihr AppSec-Programm: Die Plattform schafft vollständige Transparenz über Ihre Anwendungsumgebung und die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen.
Mit einer einheitlichen Sicherheitsplattform wird die Kommunikation mit Entwicklungsteams deutlich einfacher. Anstatt Probleme nach Schwachstellentyp zu kategorisieren – eine für Entwicklerinnen und Entwickler oft wenig aussagekräftige Kennzahl –, können Sie genau nachvollziehen, wo jede Schwachstelle auftritt, welchem Geschäftszweck die betroffene Anwendung dient und wer dafür verantwortlich ist.
Eine ASPM-Plattform liefert dank verbesserter Analysen auch ein genaueres Bild des Gesamtzustands Ihres Programms. Darüber hinaus quantifiziert sie das gesamte Geschäftsrisiko, das mit bestimmten Schwachstellen verbunden ist. Diese umfassende Sicht auf ein Anwendungssicherheitsprogramm liefert Führungsteams Daten, um zu erkennen, was funktioniert und was nicht. Anschließend kann die Geschäftsleitung diese präzisen Daten nutzen, um Lücken zu erkennen und zu schließen.
Business Intelligence, Sicherheitserkenntnisse und Leistungskennzahlen aus der Messung Ihres AppSec-Programms sind unverzichtbar, um Ihre Anwendungen vor Risiken zu schützen. Wenn Sie all diese Kennzahlen in einer zentralen Übersicht zusammenführen, werden aus einzelnen Messwerten umsetzbare Erkenntnisse. Erfahren Sie mehr darüber, wie ASPM Ihr Unternehmen unterstützen kann, einen vollständigen Überblick über Ihre Anwendungssicherheitskennzahlen zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Wie bewerten Sie die Sicherheit von Anwendungen?
Programmkennzahlen zu erfassen und auszuwerten, ist der beste Weg, um die Wirksamkeit eines Application-Security-Programms zu bestimmen. Viele Teams nutzen Sicherheitstools wie statische Anwendungssicherheitstests (SAST), Software Composition Analysis (SCA), Cloud-Sicherheitslösungen und Entwickler-Tools. Wenn Teams Erkenntnisse aus diesen Tools zusammenführen und analysieren können, gewinnen sie ein umfassendes Verständnis ihres gesamten Application-Security-Programms.
Woran lässt sich der Erfolg einer Sicherheitsrichtlinie am besten messen?
Um den Erfolg Ihrer Sicherheitsrichtlinie zu beurteilen, müssen Sie zunächst Ihre wertvollsten Assets ermitteln und sicherstellen, dass diese mit der Richtlinie übereinstimmen. Überwachen Sie anschließend kontinuierlich Ihre gesamte Sicherheitslage und stellen Sie sicher, dass sie langfristig mit Ihren Richtlinien im Einklang bleibt. Viele Unternehmen setzen auf eine Plattform für Application Security Posture Management (ASPM), um ihre gesamte Sicherheitslage zu überwachen.
Welche Kennzahlen sind für die Anwendungssicherheit wichtig?
Um den Erfolg Ihrer Initiativen zur Anwendungssicherheit zu messen, sollten Sie verschiedene Kennzahlen heranziehen. Beispiele für solche KPIs sind die Anzahl ausnutzbarer Schwachstellen, die Einhaltung gängiger Compliance-Frameworks und die Zeit bis zur Behebung.