6 Tipps für den sicheren Umgang mit Open-Source-Komponenten
26. April 2022
0 Min. LesezeitOpen-Source-Software (OSS) vereinfacht die Softwareentwicklung. Das ist einer der Gründe, warum mehr als 90 % der Unternehmen Open-Source-Komponenten einsetzen. Das bedeutet, dass Anwendungen zunehmend mehr Open-Source-Code als individuell entwickelten Code enthalten.
Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über die Vorteile und Risiken von Open-Source-Software sowie unsere sechs wichtigsten Tipps für die sichere Verwendung von Open-Source-Komponenten.
Welche Vorteile bietet Open Source?
Open-Source-Komponenten haben die Softwarebranche verändert. Die Gründe für diesen zunehmenden Trend liegen auf der Hand: Mit Open-Source-Komponenten lässt sich die Anwendungsentwicklung beschleunigen, sodass Entwickler effizienter und produktiver arbeiten.
Außerdem bieten Open-Source-Komponenten Entwicklern eine nahtlose Möglichkeit, Code zu erstellen und von der Zusammenarbeit in Open-Source-Communities zu profitieren. So können sich Entwicklungsteams auf den individuell entwickelten Code konzentrieren, der für ihr Unternehmen einzigartig ist, und zugleich Open-Source-Tools und -Bibliotheken nutzen, statt das Rad neu zu erfinden.
Welche Sicherheitsrisiken bergen Open-Source-Komponenten?
Mit der zunehmenden Verbreitung von Open-Source-Code gehen auch Sicherheitsrisiken einher. Darüber hinaus hat unsere Untersuchung ergeben, dass Sicherheitslücken in Open Source häufig in indirekten Abhängigkeiten (auch als „transitive Abhängigkeiten“ bezeichnet) auftreten. Das Problem: Viele Open-Source-Komponenten sind veraltet oder enthalten geänderte beziehungsweise fehlende Lizenzen. Solche Probleme sind in den indirekten Abhängigkeiten eines Open-Source-Projekts besonders schwer zu erkennen.
Hier sind einige der Risiken von Open-Source-Komponenten:
Softwarequalität – Durch die Verwendung von Open-Source-Code-Modulen steigt die Vielfalt der beteiligten Entwickler, während die Kontrolle über den QA-Prozess für den Code von Drittanbietern abnimmt.
Langfristige Nachhaltigkeit – Wird das Open-Source-Modul nicht gewartet, muss der Softwareentwickler diese Lücke schließen. Das beansprucht Kapazitäten und verkürzt die Zeit, die für die Behebung von Sicherheitslücken zur Verfügung steht.
Softwarelizenzen – Die vorgesehene Nutzung der Open-Source-Komponenten bestimmt, welche Anforderungen für die Einhaltung von Open-Source-Lizenzen gelten: permissive Lizenz oder Copyleft-Lizenz. Eine permissive Lizenz erlaubt die Implementierung und Verbreitung Ihrer Software. Eine Copyleft-Lizenz verlangt darüber hinaus, dass die mit der OSS-Komponente entwickelte Software frei verfügbar ist. Dadurch besteht das Risiko, Informationen offenzulegen, die möglicherweise proprietär sind. Es ist wichtig, den Urheberrechtsstatus und die Nutzungsbeschränkungen jedes Moduls zu überprüfen. Mit der steigenden Zahl von Open-Source-Abhängigkeiten in größeren Anwendungen wird das jedoch schwieriger.
Sicherheit von Open-Source-Software – Ähnlich wie bei Qualitätsrisiken kann die Verwendung einer Open-Source-Komponente Sicherheitsrisiken mit sich bringen, wenn der beteiligte Entwickler die Sicherheitsaspekte nicht angemessen berücksichtigt hat.
Wie lassen sich Open-Source-Risiken minimieren?
Die Auswahl geeigneter Open-Source-Komponenten für Ihr Softwareprojekt kann die Risiken im Zusammenhang mit Softwarequalität, Lizenzen und Urheberrechtsverletzungen senken. Wichtig ist, Fragen zu stellen wie: „Sollten wir unsere Softwaredetails als Geschäftsgeheimnis schützen?“ und „Könnte die Art, wie wir die Komponente verwenden, zu Konflikten mit der Vereinbarung des Open-Source-Anbieters führen?“
Im Folgenden finden Sie sechs Tipps für den sicheren Umgang mit Ihren Open-Source-Komponenten. Sie helfen Ihnen, die oben beschriebenen Sicherheitsrisiken besser zu verstehen und die Vorteile von Open-Source-Komponenten zu nutzen, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen.
Snyk-Bericht
Status der Open-Source-Sicherheit 2022
Ein Blick auf die Komplexität und Risiken der Software-Lieferkette – in Zusammenarbeit mit The Linux Foundation.
6 Tipps für die sichere Verwendung von Open-Source-Komponenten
1. Sichern Sie die Software-Supply-Chain ab
Die Einführung eines Ansatzes für Open-Source-Software garantiert noch keine Sicherheit. Eine Sicherheitslücke, die an irgendeiner Stelle in der Software-Supply-Chain auftritt, kann sich nachteilig auf den Quellcode auswirken. Außerdem werden moderne Anwendungen modular entwickelt und aus miteinander verbundenen internen und externen Modulen zusammengesetzt. Daher sollten die Module in der Software-Supply-Chain vor der vollständigen Codeentwicklung wiederholt und automatisiert auf Sicherheitsprobleme getestet werden.
2. Legen Sie Richtlinien für die automatisierte Durchsetzung fest
Die Einbindung extern entwickelter Softwaremodule birgt Risiken, da die Kontrolle bei den Mitwirkenden des Open-Source-Projekts liegt. Unternehmen müssen daher ihre Risikotoleranz festlegen und in den verschiedenen Phasen des Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) durchsetzen. Interne Richtlinien zur Bewertung von Open-Source-Komponenten sind ein wirksames Mittel, um die Aufnahme von Modulen mit Sicherheitsrisiken zu vermeiden.
3. Stellen Sie SCA in den Mittelpunkt
Software Composition Analysis (SCA) ist eine Methode, um Anwendungen abzusichern, die Open-Source-Komponenten verwenden. Die Bedeutung von SCA liegt darin, dass Entwicklungsteams externe Komponenten wie Support-Bibliotheken, Abhängigkeiten, Lizenzen und Sicherheitslücken schneller erfassen und analysieren können.
4. Integrieren Sie SCA-Tools in Ihr Toolkit für Anwendungssicherheitstests
Die Nachverfolgbarkeit durch SCA-Tools hilft Teams, Lizenz- und Sicherheitsprobleme schnell zu erkennen und zu beheben. Damit sind diese Tools ein wesentlicher Bestandteil von Open-Source-Strategien und bestehenden Entwicklungsabläufen. SCA-Tools sollten standardmäßig eingesetzt werden und nicht nur die Ausnahme sein.
5. Erstellen Sie Forks mit Änderungen am externen Quellcode
Beim „Forken“ klonen Entwickler Open-Source-Code, bevor sie ihn ändern. So lassen sich Codeänderungen weiterhin nachverfolgen und zugleich der ursprüngliche vom modifizierten Code trennen. Außerdem nutzen Sie damit einen der großen Vorteile von OSS: den Quellcode eines vorhandenen Moduls an Ihre spezielle Anwendung anpassen zu können.
6. So unterstützt Snyk das Scannen von Open-Source-Komponenten
Eine der besten Möglichkeiten, Open-Source-Komponenten zu verwalten, ist ein robustes Security-Management-Tool wie Snyk Open Source. Es bietet eine Ansicht der „Software-Stückliste“ mit allen Open-Source-Komponenten und Abhängigkeiten eines Projekts. So können Entwickler Sicherheitslücken beheben, die durch Open-Source-Bibliotheken in ihr Projekt gelangt sind. Darüber hinaus bietet Snyk Open Source die Überwachung der Laufzeitsicherheit.
Snyk Open Source kann Sie außerdem unterstützen, da es auch ein Tool zur Einhaltung von Open-Source-Lizenzen ist. Wenn ein Projekt wächst, fügen Entwickler laufend neue Bibliotheken und Abhängigkeiten hinzu, wodurch auch nicht konformer Code eingeführt werden kann. Durch die Nachverfolgung und Verwaltung dieser Lizenzen können Unternehmen sicherstellen, dass der verwendete Open-Source-Code ihren eigenen Richtlinien entspricht.
Snyk Open Source ist in vielen Entwickler-Tools wie VSCode und JetBrains verfügbar. Entwickler können sich so beim Schreiben von Code ganz einfach weitere Informationen zu den Komponenten anzeigen lassen, die sie einbinden.
„Als wir mit der Nutzung von Snyk begannen, stellten wir fest, dass die von uns verwendeten Open-Source-Pakete von Drittanbietern zahlreiche Sicherheitslücken aufwiesen … Innerhalb weniger Wochen konnten wir diese Zahl auf ein angemesseneres Niveau senken. Der enorme Rückgang der Sicherheitslücken im Vergleich zu wenigen Wochen oder sogar einem Monat zuvor ist einfach unglaublich.“
Dan Godley, Head of Development bei Origo, über die Nutzung von Snyk Open Source.
Scannen Sie Ihre Open-Source-Komponenten auf Schwachstellen
Finden, priorisieren und beheben Sie Schwachstellen automatisch und kostenlos mit Snyk.
Fazit: So verwalten Sie Ihre Open-Source-Komponenten
Open-Source-Komponenten sind eine hervorragende Möglichkeit, Code schnell und effizient zu entwickeln. Trotz der höheren Entwicklungsgeschwindigkeit ist es jedoch entscheidend, Sicherheitslücken bereits während der Codeerstellung zu beheben. Wenn Sie die Risiken einer Open-Source-Komponente verstehen und diese sechs Tipps für die Verwaltung der Komponenten befolgen, können Sie sicheren Code bereitstellen, ohne Abstriche bei Geschwindigkeit oder Entwicklungszeit zu machen.
Denken Sie daran, auch etwas an Open-Source-Projekte zurückzugeben. Diese Communities leisten hervorragende Arbeit, sind aber nur so stark wie ihre Beiträge. Unternehmen, die Open-Source-Komponenten einsetzen, sollten diese Projekte daher unterstützen. Bei der kürzlich entdeckten Log4Shell-Sicherheitslücke arbeitete die Community zusammen, um das Problem zu beheben, die Lösung breit zu teilen und die Auswirkungen zu bewerten.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Open-Source-Komponenten?
Eine Open-Source-Softwarekomponente (OSS) ist Software, die für die Verbreitung und Verwendung in anderen Anwendungen lizenziert ist. Sie verfügt über definierte Schnittstellen und Abhängigkeiten, ist für die Einbindung des Quellcodes lizenziert und erfüllt die von der Open Systems Interconnection (OSI) festgelegte Definition von Open Source.
Wie verwaltet man Open-Source-Komponenten?
Damit Sie Open-Source-Module erfolgreich einsetzen können, müssen Sie Ihre Supply-Chain absichern. Richtlinien für die Einführung externer Komponenten und die Implementierung der SCA-Methode schaffen die Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Open-Source-Modulen durch Ihr Team. Außerdem schützen das Forken von Änderungen an vorhandenem Code von Drittanbietern und das Scannen nach Sicherheitslücken in Open Source die Sicherheit des gesamten integrierten Codes.
Besuchen Sie unsere Seite Snyk Open Source Security Management, um mehr über die innovative Lösung von Snyk für die Verwaltung und Absicherung von Open-Source-Komponenten zu erfahren.