Softwarefehler früh im Entwicklungsprozess zu finden, zahlt sich aus
11. Juni 2025
0 Min. LesezeitUnternehmen investieren enorm viel Aufwand in die Behebung von Software-Schwachstellen, die es in öffentlich zugängliche Anwendungen schaffen. Das Consortium for Information and Software Quality schätzte die Kosten für mangelhafte Softwarequalität in den USA auf 2,41 Billionen US-Dollar im Jahr 2022 – heute dürfte der Betrag deutlich höher liegen. Das entspricht fast 10 % des aktuellen BIP der USA. Wie wir zeigen werden, ist es nachvollziehbar, dass die Kosten für mangelhafte Softwarequalität so hoch sind. Sie lassen sich jedoch vollständig vermeiden – und angesichts der weltweit zunehmenden Abhängigkeit von Software müssen Softwarefehler vermieden werden.
Der weltweite Softwaremarkt, dessen Volumen 2024 auf 737 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, wird sich Prognosen zufolge innerhalb eines Jahrzehnts verdreifachen und bis 2034 voraussichtlich rund 2,25 Billionen US-Dollar erreichen. Software steuert unsere Finanzen, Geschäftstransaktionen, den Handel, Gesundheitsdienste, die Fertigung, die Energieversorgung und zunehmend auch unsere Autos. Es ist längst überfällig, dass die Welt Softwarequalität als das behandelt, was sie ist: ein Thema der öffentlichen Sicherheit und der Kosten. Doch auch wenn wir die Fragen der öffentlichen Sicherheit und des Datenschutzes ausklammern, verursacht mangelhafte und unsichere Software einzelnen Unternehmen hohe Kosten. Fehler frühzeitig zu finden, zahlt sich eindeutig aus.

Es liegt im Eigeninteresse jedes Unternehmens, die Qualität der selbst entwickelten Software zu verbessern – und zwar so früh wie möglich im Entwicklungsprozess.
Leider erkennen Entwicklungsteams für Unternehmenssoftware in vielen Organisationen sicherheitsrelevante Softwarefehler nicht während der Entwicklung. Dadurch gelangen solche Fehler in Anwendungen, die von Kunden, Partnern, Zulieferern und Mitarbeitenden genutzt werden. Das birgt erhebliche Sicherheitsrisiken: Angreifer können diese Fehler ausnutzen, um in Unternehmensanwendungen einzudringen und sich anschließend innerhalb der Zielumgebungen lateral auszubreiten.
Sobald ein sicherheitsrelevanter Fehler in produktiv eingesetzter Software bekannt wird, beginnt ein Wettlauf darum, wer ihn zuerst entdeckt. Mit etwas Glück wird der Fehler bei einer Software-Sicherheitsprüfung durch das interne Sicherheitsteam oder einen externen Anbieter gefunden. Bleibt die Schwachstelle zu lange unentdeckt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angreifer sie entdeckt und die Organisation ins Visier nimmt, um Daten zu stehlen oder einen Ransomware-Angriff durchzuführen.
Fünf Vorteile, wenn Software-Schwachstellen früh im SDLC gefunden werden
Die Vorteile hochwertiger Software für Sicherheit und Vertrauen liegen auf der Hand. Der ROI und die geschäftlichen Vorteile hochwertiger und sicherer Software sind jedoch nicht immer allgemein bekannt.
Hier sind sie:
Kosteneffizienz und ROI: Schätzungen zufolge können Entwickler einen erheblichen Teil ihrer Arbeitswoche mit sicherheitsbezogenen Aufgaben verbringen. Eine Analyse aus dem Jahr 2025 bezifferte diesen Aufwand bei drei Vierteln der Entwickler auf bis zu 17 Stunden pro Woche. Mit einem entwicklerorientierten Sicherheitsansatz können Unternehmen die durchschnittliche Zeit bis zur Behebung von Schwachstellen um 72 Tage verkürzen. Der ROI wird deutlich, wenn man bedenkt, dass das frühzeitige Finden von Schwachstellen im SDLC die Kosten erheblich senkt.
Mehr Effizienz und Produktivität: Automatisierte Sicherheitstests geben Entwicklern schnelleres Feedback zu Fehlern und ermöglichen eine zügigere Behebung. Fehler rasch zu erkennen und zu beheben, fördert außerdem gute Programmiergewohnheiten und verringert den Zeitaufwand für die Behebung von Schwachstellen weiter.
Weniger Risiken und Haftungsansprüche: In bestimmten Branchen wie dem Gesundheitswesen und der Fertigung können Softwarefehler schwerwiegende Folgen haben und sogar zu Verletzungen oder Todesfällen führen. Werden Schwachstellen frühzeitig im Prozess erkannt und behoben, lassen sich diese Risiken mindern und möglicherweise rechtliche sowie finanzielle Sanktionen vermeiden.
Marke und Reputation schützen: Datenschutzverletzungen und Sicherheitsvorfälle, die Verfügbarkeitsprobleme und Ausfallzeiten verursachen, schaden dem Ruf eines Unternehmens. Das führt zu Geschäftseinbußen und schwindendem Kundenvertrauen. Fehler zu finden, bevor sie in produktive Systeme gelangen, trägt entscheidend dazu bei, solche Situationen zu vermeiden.
Niedrigere Versicherungsprämien: Hochwertige Software kann die Prämien für Cyberversicherungen senken. Unternehmen können unter Umständen niedrigere Cyberversicherungsprämien aushandeln, indem sie wirksame und sichere Entwicklungsprozesse nachweisen.
Qualität und Tests erhöhen nachweislich die Sicherheit und Softwarequalität – doch sie bringen auch erhebliche geschäftliche Vorteile und Einsparungen. Werden Schwachstellen früh im Entwicklungsprozess gefunden, zahlt sich das durch geringere Kosten, höhere Effizienz und weniger Risiken aus.
Diese Vorteile sprechen klar dafür, Sicherheitstests frühzeitig und während des gesamten Softwareentwicklungsprozesses einzubinden.
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