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Sicherheitsabdeckung und Kontrolle über Anwendungsrisiken erreichen
Moderne Anwendungen sind komplexe Ökosysteme, die aus eigenem Code und unzähligen Open-Source-Paketen zusammengesetzt sind. Sie werden als Container-Images bereitgestellt, stellen APIs bereit und nutzen sie und werden mithilfe von Infrastructure-as-Code-Vorlagen konfiguriert und deployed. Durch den wachsenden Einfluss von KI wird dieser Prozess noch komplexer – und schneller. Unternehmen stehen vor einer großen und oft unterschätzten Herausforderung: der allgegenwärtigen Gefahr durch „unbekannte Unbekannte“ in ihren Anwendungsportfolios.
Diese Struktur treibt zwar Innovation und Geschwindigkeit voran, verändert aber auch grundlegend die Sicherheitsgleichung. Wie behalten Sie echte Transparenz und Kontrolle, wenn die Komponenten Ihrer Anwendungen so zahlreich, dynamisch und miteinander vernetzt sind? Für viele Sicherheitsteams lautet die ehrliche Antwort: Es gibt erhebliche Lücken.
Diese fehlende vollständige Übersicht schafft während des gesamten Softwareentwicklungszyklus und über die verschiedenen eingesetzten Technologien hinweg gefährliche „blinde Flecken“. Sich nur auf herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen zu verlassen, die sich oft darauf konzentrieren, bekannte Schwachstellen in bestimmten Phasen des Entwicklungszyklus zu beheben, reicht immer weniger aus. Diese „unbekannten Unbekannten“ – etwa ein nicht verwaltetes Repository mit sensiblen Daten oder ein anfälliges Basis-Image – stellen ungeminderte Risiken dar. Um die Anwendungssicherheit heute wirksam zu verwalten, müssen Sie das Gesamtbild sehen, verstehen und absichern können.
Die blinden Flecken: Wo sich unbekannte Schwachstellen verbergen:
Was genau sind Sicherheits-„blinde Flecken“? Es handelt sich um Bereiche im Software-Ökosystem eines Unternehmens, in denen es an Transparenz mangelt und dadurch ein idealer Nährboden für unentdeckte Schwachstellen entsteht. Diese blinden Flecken treten in verschiedenen Formen auf.
Legacy-Anwendungen: Systeme, die weiterhin ausgeführt, aber nicht mehr aktiv aktualisiert oder überwacht werden. Sie gelten möglicherweise als stabil, können jedoch veraltete, ungepatchte Schwachstellen oder nicht mehr unterstützte Bibliotheken enthalten.
Shadow IT: Damit sind Projekte oder Tools gemeint, die ohne Einhaltung etablierter Sicherheitsverfahren entwickelt wurden und möglicherweise nicht genehmigte Anbieter oder Cloud-Umgebungen einbeziehen. Diesen Initiativen mangelt es häufig an angemessener Aufsicht.
Vergessene Assets: Selten aktualisierte Code-Repositories oder übersehene Container-Images können weiterhin Angriffswege eröffnen.
Tatsache ist: Sie können nicht schützen, was Sie nicht sehen. Diese unbekannten und nicht verwalteten Assets werden zu bevorzugten Zielen und lassen die „unbekannten Unbekannten“ zu einem erheblichen, ungeminderten Geschäftsrisiko werden.
Die drei Grundpfeiler einer umfassenden Abdeckung:
Um über reaktive Maßnahmen hinauszugehen und diese verborgenen Bedrohungen wirksam zu bekämpfen, müssen Unternehmen grundlegende Fähigkeiten aufbauen, die eine umfassende Anwendungssicherheitsabdeckung ermöglichen.
1. Vollständige Transparenz schaffen
Sie können sich nicht vor etwas schützen, von dem Sie nicht wissen, dass es existiert. Der erste Schritt besteht darin, Ihre Assets zu kennen – indem Sie Ihr gesamtes Software-Ökosystem erfassen und kontinuierlich nachverfolgen. Mit anderen Worten: Sie müssen alle Anwendungs-Assets katalogisieren, einschließlich Code-Repositories, Paketmanifesten, Container-Images, Cloud-Konfigurationen, APIs, Anwendungslaufzeitinstanzen und mehr.
Dieses Inventar sollte Details und Kontext zu jedem Asset enthalten, etwa Eigentümerschaft, zugrunde liegende Technologien und vor allem geschäftlichen Kontext und Kritikalität. Zu wissen, welche Anwendungen geschäftskritisch sind oder sensible Daten verarbeiten, ist für ein wirksames Risikomanagement entscheidend.
Sehen wir uns ein Beispiel an:

Wie Sie sehen, sind von den 832 Assets des Unternehmens (dabei kann es sich um ein Repository oder eine Anwendung handeln) nur 376 beziehungsweise 45 % compliant. Das bedeutet, dass 55 % meiner Assets nicht tatsächlich mit SAST- (Static Application Security Test) oder SCA-Kontrollen (Software Composition Analysis) gescannt werden. Bei der Erkennung von Secrets und beim Container-Scanning sehen Sie ähnliche Zahlen.
Diese Detailtiefe ist für Sicherheitsteams erforderlich, um ihre Abdeckung zu verstehen. Wichtig ist auch, zu erkennen, dass nicht für alle Assets identische Sicherheitskontrollen erforderlich sind. Daher müssen fein abgestufte Richtlinien umgesetzt werden, die auf die spezifischen Anforderungen der Workflows Ihres Unternehmens zugeschnitten sind.
2. Intelligente Sicherheitsrichtlinien einführen
Mit diesem klaren Überblick können Sie allgemeine Sicherheitskontrollen nach dem Einheitsprinzip hinter sich lassen und Richtlinien definieren, die auf Ihre individuelle Risikobereitschaft und Ihre geschäftlichen Anforderungen zugeschnitten sind. Diese Richtlinien sollten eine umfassende Sicherheitsabdeckung gewährleisten, indem sie die erforderlichen Sicherheitskontrollen klar nach geschäftlicher Kritikalität oder Asset-Typ festlegen.
Eine Richtlinie könnte beispielsweise strengere Scans und Überwachung für geschäftskritische Assets der „Klasse A“ vorschreiben als für weniger kritische Assets der „Klasse D“, die möglicherweise nur zu Testzwecken verwendet und nicht in der Produktion eingesetzt werden.
Diese Richtlinien spielen auch eine entscheidende Rolle dabei, Lücken in der Sicherheitsabdeckung zu erkennen, Assets hervorzuheben, die derzeit nicht mit geeigneten Kontrollen geschützt werden, und sicherzustellen, dass kritische Anwendungen die angemessene Aufmerksamkeit und Prüfung erhalten.
Sehen wir uns dieses Beispiel an: Wir erstellen eine Richtlinie, um zunächst kritische Anwendungen (Assets) zu identifizieren, indem wir nach bestimmten Tags wie PCI suchen, die auf die Verarbeitung sensibler Kundendaten hinweisen.

Wie Sie sehen, stuft die Richtlinie diese Assets anschließend als „Klasse A“ beziehungsweise „kritisch“ ein. Dadurch werden sie bei der Behebung von Sicherheitsproblemen anders behandelt und priorisiert als weniger kritische Assets.
Auf Grundlage der Asset-Klassifizierungen aus der vorherigen Richtlinie wählen wir Assets der „Klasse A“ beziehungsweise kritische Assets – etwa Repositories oder Container-Images – aus und legen verbindliche Abdeckungskontrollen fest.

So können wir unterschiedliche Regeln umsetzen, zum Beispiel tägliche SAST-Scans für kritische Repositories vorschreiben und für SCA eine Scan-Häufigkeit von 48 Stunden festlegen. Dank dieser Anpassungsmöglichkeiten können wir uns mit gezielten Richtlinien auf unsere wichtigsten Assets konzentrieren. Das Ergebnis ist eine Sicherheitsabdeckungsstrategie, die genau auf unser Unternehmen zugeschnitten ist.
3. Kontextbasierte Priorisierung
Jede potenzielle Schwachstelle einzeln zu identifizieren, kann zu überwältigenden Backlogs und frustrierten Entwicklern führen. Für eine wirksame Risikominderung müssen Behebungsmaßnahmen nach dem tatsächlichen Geschäftsrisiko priorisiert werden. Dazu beziehen wir den Kontext ein: Wie kritisch ist die betroffene Anwendung? Ist sie über das Internet erreichbar? Ist der anfällige Code tatsächlich erreichbar oder wird er zur Laufzeit geladen?
Die Antworten helfen Sicherheitsteams, das Wesentliche herauszufiltern und sicherzustellen, dass Behebungsmaßnahmen den größten Geschäftsrisiken entsprechen. Sehen Sie sich dieses Beispiel an und erleben Sie, wie wirkungsvoll der richtige Kontext sein kann.

Ausgangslage: ein gewaltiger, offener Backlog mit rund 41.000 Schwachstellen. Mithilfe wichtiger Risikofaktoren wie „Deployed“ (bereitgestellt), „Public Facing“ (öffentlich erreichbar) oder „Loaded Packages“ (geladene Pakete) können wir diese Zahl deutlich auf eine besser handhabbare Liste der 53 Schwachstellen mit dem höchsten Risiko reduzieren. Diese verfeinerte Liste lässt sich weiter filtern, indem die zuvor erläuterten Asset-Klassifizierungen (z. B. Anwendungen der „Klasse A“ oder „kritische“ Anwendungen) sowie CVSS-Werte und andere relevante interne und externe Faktoren berücksichtigt werden. So können sich Sicherheitsteams zuerst auf die kritischsten Risiken konzentrieren.
Auf dem Weg zu einem proaktiven Risikomanagement
Mit den Säulen Transparenz, intelligenter Richtlinien und kontextbezogener Priorisierung können Unternehmen ihre Herangehensweise an die Anwendungssicherheitslage verändern. Statt ständig auf neu entdeckte Schwachstellen zu reagieren, können Teams proaktiv handeln und das gesamte Geschäftsrisiko steuern, bevor Probleme eskalieren. Wenn Entwicklungs- und Sicherheitsteams außerdem mit demselben klaren Überblick über die Anwendungslandschaft arbeiten, Risiken auf Grundlage eines gemeinsam vereinbarten geschäftlichen Kontexts verstehen und automatisierte Richtlinien den Schutz steuern, verbessert sich die Zusammenarbeit ganz von selbst. So entsteht ein klarer, gemeinsamer Weg zu wirksamen Behebungsmaßnahmen, bei denen sich alle auf die Risiken konzentrieren, die das Unternehmen am stärksten bedrohen.
Um den „unbekannten Unbekannten“ wirklich entgegenzuwirken und blinde Flecken in der Sicherheit zu beseitigen, ist ein grundlegender Wandel erforderlich. Entscheidend ist der Aufbau zentraler Fähigkeiten: vollständige Transparenz über alle Software-Assets, intelligente risikobasierte Sicherheitsrichtlinien und kontextbezogene Priorisierung. Mit diesem ganzheitlichen, proaktiven Ansatz lassen sich die komplexen Anforderungen moderner Anwendungen wirksam bewältigen und das Gesamtrisiko in der heutigen anspruchsvollen Umgebung deutlich senken. Der Übergang zu einem proaktiven Risikomanagement bringt konkrete geschäftliche Vorteile mit sich, darunter:
Weniger Geschäftsunterbrechungen und ein geringeres Risiko
Optimierte Sicherheitsinvestitionen und höhere Kosteneffizienz
Eine stärkere regulatorische und Compliance-Position
Bessere Zusammenarbeit und eine stärkere Sicherheitskultur
Höhere geschäftliche Resilienz und stärkere Differenzierung im Wettbewerb
Schnellere Innovation und kürzere Time-to-Market
Ist Ihr aktueller Sicherheitsansatz wirklich darauf ausgelegt, verborgene Risiken in Ihrer gesamten Anwendungslandschaft aufzudecken und Ihre Teams auf die Bedrohungen zu fokussieren, die für Ihr Unternehmen wirklich relevant sind?
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