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Softwaresicherheit erklärt
Definitionen, Risiken und Empfehlungen zum Schutz Ihres Codes
Was ist Softwaresicherheit?
Softwaresicherheit ist ein spezifischer Bereich der Informationssicherheit, der sich mit dem Schutz der grundlegenden Programmlogik der zugrunde liegenden Software befasst. Im Unterschied zur Anwendungssicherheit liegt der Schwerpunkt bei der Softwaresicherheit auf den frühen Phasen des Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) und dem zugrunde liegenden Code einer Anwendung.
Für sicherheitsbewusste Unternehmen ist es entscheidend, ihre Softwaresicherheit zu bewerten. Legen Sie den Schwerpunkt eher auf die Anwendungssicherheit? Verfolgen Sie einen reaktiven Ansatz, der sich hauptsächlich auf bereits bereitgestellte Infrastruktur, Artefakte und Binärdateien konzentriert? Können Sie Ihre allgemeine Sicherheit messbar verbessern, indem Sie mehr Ressourcen für einen proaktiven Ansatz zur Softwaresicherheit einsetzen? Befolgen Sie grundlegende Praktiken der Cybersecurity-Hygiene? Ein genauerer Blick auf Softwaresicherheit, Anwendungssicherheit und den modernen SDLC soll für Klarheit sorgen und einen Weg nach vorn aufzeigen.
Risiken für die Softwaresicherheit
Bei der Softwaresicherheit geht es um die grundlegende Programmlogik. Einfach gesagt: Es geht um den Code. Unsicherer, schlecht entwickelter Code kann zu Problemen wie Buffer-Overflows, unsachgemäß behandelten Ausnahmen, Speicherlecks und nicht bereinigten Eingaben führen. Werden diese Fehler nicht behoben, können daraus gravierende Schwachstellen in Anwendungen entstehen, die böswillige Akteure häufig ausnutzen, um Softwareinfrastrukturen anzugreifen. Unternehmen, die einen sicheren SDLC (SSDLC) etablieren möchten, sollten sicherstellen, dass ihre Engineering-Teams gerade in den besonders wichtigen frühen Phasen der Softwareentwicklung alles richtig machen können. Moderne Software ist komplex – und entsprechend komplex ist auch ihre Absicherung. Die Abhängigkeitskette selbst einfacher Anwendungen kann sich rasch zu einem verworrenen Geflecht aus Bibliotheken und Modulen von Drittanbietern entwickeln, in denen eigene Fehler und potenzielle Schwachstellen lauern.
Was sind Softwaresicherheitsanforderungen?
Softwaresicherheitsanforderungen beschreiben die Sicherheitsziele eines bestimmten Systems oder einer Anwendung. Eine klare, sorgfältig ausgearbeitete Liste von Sicherheitsanforderungen ist für die Entwicklung moderner Softwareanwendungen äußerst wichtig. Gute Anforderungen sind eindeutig, testbar und umsetzbar.
Was bedeutet Hardware- und Softwaresicherheit?
Softwaresicherheit betrifft den Schutz des Anwendungscodes. Bei der Hardwaresicherheit geht es naturgemäß um den Schutz der Hardware. Dazu kann die physische Sicherheit gehören, etwa Zugangskontrollen und Einbruchsschutz. Ebenso kann sie sich auf tiefer liegende Aspekte beziehen, die die Sicherheit von Firmware und ROM betreffen.
Prozesse und Tools für die Softwaresicherheit
Geeignete Tools und Prozesse zur Erkennung und Behebung von Softwarefehlern sind entscheidend. Noch wichtiger ist, dass Unternehmen ihren Softwareentwicklerinnen und -entwicklern Verantwortung und Handlungsspielraum beim Umgang mit Fehlern geben. Das DevOps-Prinzip schneller Feedback-Schleifen spielt dabei eine wichtige Rolle: Unmittelbares, umsetzbares Feedback senkt die Gesamtzahl der Fehler und Schwachstellen, insbesondere in den späteren Phasen des Entwicklungslebenszyklus.
Unternehmen, deren Entwicklungs- und Sicherheitsteams dagegen isoliert arbeiten und lange Behebungs- und Berichtszyklen haben, werden zwangsläufig mit fehler- und schwachstellenbehafteter Software zu kämpfen haben. Das erschwert die ohnehin anspruchsvolle Aufgabe der Anwendungssicherheit erheblich.
Software- und Anwendungssicherheit
Sobald die zugrunde liegende Software als bereitstellbares Artefakt vorliegt, etwa als JAR- oder Container-Image, fällt sie in den Bereich der Anwendungssicherheit. In diesen Phasen des SDLC wird der Blick ganzheitlicher: Es geht nicht mehr nur um die Software, sondern auch um verschiedene miteinander verbundene Systeme, Infrastruktur und Netzwerkpfade. Meist übernehmen operativ ausgerichtete Mitarbeitende, etwa DevOps-Engineers, eine aktivere Rolle bei der Absicherung der Anwendung.
Investitionen in die frühen Phasen des SDLC und in die Softwaresicherheit zahlen sich jedoch auch für die Anwendungssicherheit aus. Eine Anwendung mit weniger Fehlern und Schwachstellen lässt sich viel leichter absichern. Schwachstellen in Anwendungen bringen Operations-Teams und Security-Engineers in eine schwierige Lage und machen oft kostspielige Umwege bei Infrastruktur und Sicherheit erforderlich.
Ist es kostengünstiger, eine neue Firewall zu kaufen, die Datenverkehr blockieren kann, der auf eine bestimmte Schwachstelle abzielt, oder einfach dafür zu sorgen, dass der Fehler, der die Schwachstelle verursacht, die frühen Entwicklungsphasen nie verlässt? Neuere Ansätze wie DevSecOps können durch engere Feedback-Schleifen zwischen Operations und Softwareentwicklung dazu beitragen, Schwachstellen schneller zu beheben. Das oberste Ziel sollte dennoch sein, Schwachstellen von vornherein zu verhindern.

Wie sieht ein sicherer SDLC aus?
Softwaresicherheit sollte für jedes Unternehmen oberste Priorität haben, denn sie verringert den Bedarf an übermäßigen Investitionen in notdürftige Lösungen für die Anwendungssicherheit. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Anwendungssicherheit vernachlässigt werden sollte. Für einen wirklich sicheren SDLC müssen Unternehmen sowohl in Softwaresicherheit als auch in Anwendungssicherheit umfassend investieren.

Zur Vereinfachung lässt sich der Prozess in drei „Phasen“ unterteilen: proaktiv/früh, mittel und spät.
Proaktive/frühe Sicherheitsphase
In den frühen Phasen von Softwaredesign und -entwicklung werden aus ersten Entwürfen und Kundenanforderungen allmählich funktionierende Logik und Features. Engineering-Teams sollten eng mit Security- und DevSecOps-Engineers zusammenarbeiten, um ein detailliertes Inventar ihrer Software-Supply-Chain zu erstellen. Abonnieren Sie News, Analysen und CVE-Feeds zu wichtigen Abhängigkeiten und Modulen.
Wenn neue Features hinzukommen und weiterer Code geschrieben wird, sind schnelle Feedback-Schleifen unerlässlich. Durch die Integration von Tools zur Anwendungssicherheitstestung, die statische Analysen durchführen können, lassen sich Fehler und Schwachstellen rechtzeitig vor der Bereitstellung erkennen.
Mittlere Sicherheitsphase
Der Code liegt nun wahrscheinlich als bereitstellbares Artefakt vor. Operations-Teams übernehmen zunehmend Aufgaben rund um den Betrieb und die Unterstützung der Infrastruktur. Wenn Sicherheitstools und Tests in die CI/CD-Pipeline integriert werden, bleibt die Feedback-Schleife zwischen Anwendungssicherheit und Softwaresicherheit erhalten.
Späte Sicherheitsphase
In diesen Phasen des SDLC wird die Anwendung wahrscheinlich in irgendeiner Form der Produktionsumgebung bereitgestellt. Eine robuste Infrastruktur für Monitoring und Benachrichtigungen ist für Unternehmen daher absolut entscheidend. Viele Unternehmen betreiben containerbasierte Workloads, entweder eigenständig oder über eine Orchestrierungsplattform wie Kubernetes. Deshalb sind Container-Sicherheit und Kubernetes-Sicherheit zunehmend zu eigenständigen Schwerpunkten geworden.
Diese Phasen sind nicht voneinander getrennt und schließen einander nicht aus. So ist Container-Sicherheit dank statischer Tools zur Analyse von Containern und Images bereits in den sehr frühen Phasen des SDLC umsetzbar. Statische Tests laufen kontinuierlich. Jedes neue Feature, das Softwareentwicklerinnen und -entwickler schreiben, sollte derselben sorgfältigen Prüfung unterzogen werden wie zu Beginn des Designs.
Softwaresicherheit ist proaktive Sicherheit
Unternehmen, die Sicherheitsprobleme frühzeitig im SDLC angehen und sich auf die grundlegende Softwaresicherheit konzentrieren, erhalten nicht nur sicherere Anwendungen, sondern können diese nach dem Produktivstart auch kostengünstiger absichern.
Perfekte Softwaresicherheit ist jedoch kein realistisches Ziel. Wer versteht, dass es immer neue, hochentwickelte Angriffe geben wird, erkennt auch: Softwaresicherheit ergänzt die Anwendungssicherheit, sie ersetzt sie nicht.
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