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Was ist die MIT-Lizenz?
Die 10 wichtigsten Fragen zur MIT-Lizenz beantwortet
Was ist die MIT-Lizenz?
Die MIT-Lizenz erlaubt es Nutzern ausdrücklich, Code für jeden Zweck wiederzuverwenden – manchmal sogar dann, wenn der Code Teil proprietärer Software ist. Solange Nutzer der Distribution eine unveränderte Kopie der MIT-Lizenz beifügen, können sie den Code an ihre eigenen Anforderungen anpassen oder ändern.
Sie ist eine der einfachsten Open-Source-Lizenzvereinbarungen. Ziel war es, den Text für durchschnittliche Nutzer verständlich zu machen und umfangreiche Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, wie sie bei anderen ähnlichen Free-and-Open-Source-Software-Lizenzen (FOSS-Lizenzen) auftreten können.
Welche Vorteile bietet die MIT-Open-Source-Lizenz?
Ein wesentlicher Vorteil der MIT-Lizenz ist, dass sie beiden Seiten der Debatte gleichermaßen gerecht wird. Manche Entwickler finden, dass die GNU-GPL-Lizenzen zu freizügig sind, während andere der Meinung sind, dass jede Software irgendwann proprietär werden sollte. Dank der offenen Formulierungen eignet sich die MIT-Lizenz sowohl für Entwickler in der Community als auch für Teams, die mit bestehendem MIT-lizenziertem Code proprietäre Software entwickeln möchten.
Welche Bedingungen gelten für die MIT-Lizenz?
Die wichtigsten Bedingungen der MIT-Lizenz bestehen darin, Nutzungsrechte zu gewähren und Entwickler für die zukünftige Nutzung von Haftung freizustellen. Konkret erhält jede Person, die eine Kopie der Software und der zugehörigen Dateien erwirbt, das Recht, die Software zu nutzen, zu kopieren, zu ändern, zusammenzuführen, zu verbreiten, zu veröffentlichen, unterzulizenzieren und Kopien davon zu verkaufen.
Die einzige Bedingung für die Nutzung der Software ist, dass der Copyright-Hinweis in allen Kopien und wesentlichen Teilen der Software enthalten ist. Der letzte Abschnitt enthält Haftungsbeschränkungen und schließt jegliche Gewährleistung aus, die sich aus der Weitergabe des Codes ergeben könnte.
Welcher Kategorie ist die MIT-Open-Source-Lizenz zuzuordnen?
Open-Source- und freie Software-Lizenzen lassen sich in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen.
Copyleft – Schwache und starke Copyleft-Lizenzen (im Gegensatz zu Copyright) sollen sicherstellen, dass für sämtliche Software, die auf Open-Source-Komponenten basiert, ebenfalls ähnliche FOSS-Lizenzbedingungen gelten.
BSD-artige und permissive Lizenzen – Diese Lizenzen schränken kaum oder gar nicht ein, wie nachfolgende Nutzer die Software für Open-Source- oder proprietäre Zwecke einsetzen, ändern oder erweitern können.
Die MIT-Lizenz gehört zu den permissiven (oder BSD-artigen) FOSS-Lizenzen. BSD-artige Lizenzen erlauben allen Nutzern, mit dem Code beliebig zu verfahren, sofern sie die Urheber nennen und keine Haftung für die Zukunft beanspruchen.
MIT-Lizenz vs. Apache 2.0
Die Apache-2.0-Lizenz und die MIT-Lizenz sind sich weitgehend ähnlich, weisen jedoch einige wichtige Unterschiede auf. Der Text der Apache-2.0-Lizenz ist wesentlich ausführlicher und enthält mehr juristische Fachbegriffe als die MIT-Lizenz. Diese soll für Entwickler die einfachste und verständlichste Open-Source-Lizenz zur Verbreitung ihrer Software sein.
Ein weiterer wichtiger Unterschied: Die Apache-Lizenz verpflichtet Entwickler, wesentliche Änderungen am ursprünglichen Quellcode offenzulegen. Der geänderte Quellcode muss nicht veröffentlicht werden, aber die Änderungen müssen kenntlich gemacht werden. Unveränderter Code muss jedoch weiterhin der Apache-Lizenz unterliegen.
Anders als bei der MIT-Lizenz darf unter der Apache-Lizenz veröffentlichte, geänderte Open-Source-Software auch vom Endnutzer patentiert werden. Diese Patentrechte gelten weltweit, sind unbefristet, unwiderruflich und nicht exklusiv, sofern die geänderte Version nicht den Eindruck erweckt, Apache unterstütze sie in irgendeiner Weise. Die Formulierungen der Apache-Lizenz räumen Patentrechte ausdrücklich ein; bei der MIT-Lizenz sind diese Rechte hingegen weniger eindeutig geregelt.
Wie erhalte ich eine MIT-Lizenz?
Um die MIT-Lizenz zu verwenden, müssen Entwickler den bereitgestellten Text kopieren und gegebenenfalls in die Quelldateien aufnehmen. Wenn das Projekt weitere MIT-lizenzierte Software verwendet, sollten die ursprünglichen Lizenzinformationen am Anfang der Datei erhalten bleiben. Das gilt auch für Copyright-Hinweise, sofern sie unverändert sind.
Kann jeder die MIT-Lizenz verwenden?
Ja, jeder Entwickler und jeder Nutzer kann die MIT-Lizenz in sein Projekt aufnehmen – vorausgesetzt, ihm ist bewusst, dass alle Rechte an seiner Arbeit für zukünftige Änderungen frei verfügbar sind.
Snyk bietet eine Lösung für das Management der Open-Source-Lizenz-Compliance. Damit können Sie Ihr Entwicklungstempo beibehalten und gleichzeitig die Compliance mit den Open-Source-Softwarelizenzen in Ihren Projekten sicherstellen.
Darf MIT-lizenzierter Code kommerziell genutzt werden?
MIT-Lizenzen erlauben die kommerzielle Nutzung. Bei der Veröffentlichung neuer Software müssen Nutzer keinen weiteren Quellcode bereitstellen. Es genügt, die Urheberrechtshinweise und die ursprüngliche MIT-Lizenz im wiederverwendeten Code beizubehalten.
Wie verbreitet ist die MIT-Lizenz?
Von allen verfügbaren FOSS-Lizenzen ist die MIT-Lizenz nach wie vor die beliebteste. 2019 stellten Forscher fest, dass 27 % aller Open-Source-Lizenzen auf GitHub MIT-Lizenzen waren – denn sie sind kurz, prägnant und auf Entwickler zugeschnitten.
Woher weiß ich, ob ich die Lizenzbedingungen einhalte?
Es ist wichtig, die Lizenz-Compliance früh im Softwareentwicklungszyklus zu berücksichtigen. Snyk erleichtert Entwicklern die Integration der Lizenz-Compliance in ihre bestehenden Workflows. Mit einer Vielzahl von Integrationen unterstützt Snyk Entwickler dabei, Lizenzen in jeder Phase des SDLC so früh wie möglich zu testen.
Snyks Lösung für die Lizenz-Compliance
Snyk bietet Git-basierte Integrationen (GitHub, Bitbucket, GitLab, CircleCI, TeamCity), mit denen Sie Lizenzen direkt im regulären Workflow scannen können. Neue Pull Requests werden auf Lizenzverstöße geprüft. Außerdem wird angezeigt, ob die Lizenzprüfung gemäß den festgelegten Richtlinien bestanden wurde.
Wie ist die MIT-Lizenz entstanden?
Ein gemeinsames Projekt von IBM, MIT und Digital Equipment Corporation (DEC) aus dem Jahr 1983 gilt als Ursprung der MIT-Lizenz. Als Anfang gilt es deshalb, weil zu unterschiedlichen Zeiten mehrere Versionen mit leicht abweichendem Wortlaut verwendet wurden.
In den 1980er-Jahren wurden Lizenzen für Open-Source-Software erforderlich. Zuvor teilten die meisten Programmierer ihre Codebasen bereitwillig, um die wissenschaftliche Forschung voranzubringen und Systeme zu entwickeln, die Wissen und Technologie erweitern konnten. In den 1960er-Jahren kamen Computer an Universitäten weltweit zum Einsatz. Forscher schrieben daraufhin Code, um ihre mathematischen Hypothesen zu überprüfen.
Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) nutzte Edward Lorenz in den späten 1960er-Jahren erstmals seine Wettervorhersagesoftware. Dabei stellte er chaotische Abweichungen fest, als er kleine Änderungen an seinen Simulationen vornahm – ein Phänomen, das heute als Chaostheorie bekannt ist. Diese Innovationen machten Software für Großunternehmen äußerst attraktiv und läuteten das Zeitalter proprietärer Software ein.
Bis 1980 war der Quellcode von Geräten wie Druckern nicht mehr frei verfügbar. Daraufhin setzte sich der MIT-Professor Richard Stallman sein Leben lang dafür ein, Quellcode für Entwickler-Communitys zugänglich zu machen. Damit Software weiterhin geteilt werden konnte, mussten Institutionen wie das MIT Lizenzvereinbarungen für Software entwickeln – insbesondere für Originalcode aus der Wissenschaft.
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