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Was ist die BSD-Lizenz? Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen

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22. September 2020

0 Min. Lesezeit

Was ist die BSD-Lizenz?

Die BSD-Lizenz (Berkeley Source Distribution) gehört zur FOSS-Lizenzfamilie (Free and Open Source Software) mit wenigen Einschränkungen. Sie kann für die Verbreitung von Open-Source-, Freeware- und Shareware-Projekten verwendet werden, da sie die Weiterverbreitung der Software nicht einschränkt.

Die University of California, Berkeley, ist seit Langem führend in der Informatik. Die erste Computermaus stammte aus den 1950er-Jahren und wurde von Douglas Engelbart entwickelt. An der UC Berkeley lernten sich Steve Wozniak und Steve Jobs kennen – Letzterer ging damals allerdings noch zur Highschool.

In den 1980er-Jahren entwickelte die Universität ein Betriebssystem (OS) auf Basis des ursprünglichen UNIX von Bell Labs. Das Betriebssystem Berkeley Software Distribution (BSD) wurde von Workstation-Herstellern vielfach übernommen, und Unternehmen entwickelten proprietäre Varianten. Die im Betriebssystem verwendete BSD-Lizenz ermöglichte es, den Quellcode frei weiterzugeben und zu verbreiten – zu einer Zeit, als Software zunehmend urheberrechtlich geschützt wurde.

Die BSD-Lizenz mit 3 Klauseln löste die BSD-Lizenz mit 4 Klauseln ab, da die Werbeklausel der vorherigen Version umstritten war. Insbesondere war die Werbeklausel mit der GNU General Public License (GPL) nicht vereinbar. Deshalb veröffentlichte die Universität 1999 die neue BSD-Lizenz (auch BSD-Lizenz mit 3 Klauseln genannt).

Seit ihrer ersten Verwendung im BSD-Betriebssystem bezeichnet die BSD-Lizenz eine ganze Familie von BSD-Lizenzen für freie und Open-Source-Software (FOSS). Eine Variante namens Prior BSD License erschien erstmals 1988. Die BSD-Lizenz mit 4 Klauseln aus dem Jahr 1990 gilt jedoch weithin als ursprüngliche BSD-Lizenz. Sie verpflichtete Nutzer dazu, den Urheberrechtshinweis in anderen Distributionen beizubehalten, die ursprünglichen Mitwirkenden zu entschädigen und in sämtlichen Dokumentationen, einschließlich Werbematerialien, auf sie hinzuweisen.

Welche Bedingungen gelten für eine BSD-Lizenz?

Da es verschiedene Varianten der BSD-Lizenz gibt, sollte ausdrücklich angegeben werden, welche Lizenz für die jeweilige Software gilt. Die Bedingungen der neuen BSD-Lizenz (oder BSD-Lizenz mit 3 Klauseln) verpflichten Nutzer dazu:

  • Den Urheberrechtshinweis, die Liste der Bedingungen und den Haftungsausschluss bei jeder Weitergabe des Quellcodes beizubehalten.

  • Die Urheberrechtshinweise, die Liste der Bedingungen und den Haftungsausschluss in allen Dokumentationen und sonstigen Materialien zur Distribution wiederzugeben.

  • Den Namen der Organisation oder der Mitwirkenden aus dem Urheberrechtshinweis ohne schriftliche Genehmigung nicht zur Unterstützung oder Bewerbung von Produkten zu verwenden.

Der letzte Abschnitt der Lizenz enthält einen Haftungsausschluss, der die Organisation oder Mitwirkenden von jeglicher Haftung für stillschweigende Gewährleistungen freistellt.

Zu welcher Lizenzklasse gehört die BSD-Lizenz?

FOSS-Lizenzen gehören hauptsächlich zu zwei Klassen: Copyleft- oder BSD-artige Lizenzen und permissive Lizenzen. Permissive Lizenzen – darunter die BSD-Lizenz mit 3 Klauseln – schränken nur wenig ein, wie andere Nutzer den Quellcode ändern, verwenden oder weitergeben dürfen. In erster Linie verlangen sie lediglich eine Namensnennung und einen Haftungsausschluss.

Welche Vorteile bietet die BSD-Lizenz?

Da die Nutzung, Änderung und Weitergabe von Software unter BSD-Lizenz nur wenigen Einschränkungen unterliegt, ist sie bei Teams beliebt, die bestimmte Ziele verfolgen. Langfristige Forschungsprojekte oder Entwicklungsumgebungen mit geringen Kosten setzen häufig auf permissive Lizenzen wie die neue BSD-Lizenz.

Darf die BSD-Lizenz kommerziell genutzt werden?

Der wesentliche Unterschied zwischen Copyleft- und permissiven Lizenzen betrifft die Weitergabe veränderter Software. Bei permissiven Lizenzen muss der Nutzer den Quellcode nicht weitergeben – anders als beim Copyleft, wo genau das grundlegend ist. Solange Entwickler den ursprünglichen Urheberrechtshinweis und die erforderlichen Namensnennungen in die Software aufnehmen, dürfen sie veränderte Versionen kommerziell weitergeben, ohne den Quellcode mitzuliefern.

Wie erhält man eine BSD-Lizenz?

Um die BSD-Lizenz zu verwenden, müssen Nutzer sie in die kompilierte Version des Codes sowie in alle zugehörigen Dokumentationen und sonstigen Materialien aufnehmen. In Entwicklungsumgebungen wie GitHub erstellen Sie eine neue Datei mit dem Namen LICENSE. Wählen Sie die Vorlage „BSD License“ aus, klicken Sie auf „Review and submit“ und übertragen Sie die Datei abschließend in das Repository. So einfach geht’s.

Ist die BSD-Lizenz mit 3 Klauseln kostenlos?

Jeder Nutzer und jedes Team kann die BSD-Lizenz verwenden, indem der Originaltext kopiert und um Angaben zu Rechteinhabern, Organisationen und Urheberrechtsjahr ergänzt wird. Zusätzliche Lizenzgebühren fallen nicht an.

Welche bekannte Software wird unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht?

BSD-Lizenzen sind weit verbreitet und werden in zahlreichen Projekten eingesetzt. 2015 waren sie die sechstbeliebteste Lizenz auf GitHub. Zu den großen Open-Source-Projekten, die BSD-Lizenzen verwenden, gehören FreeBSD, DragonFly BSD, Googles Bionic und Darwin (die Grundlage von macOS). Auch einige Windows-Komponenten nutzen BSD-lizenzierte Software, etwa die TCP/IP-Protokolle.

Welche weiteren BSD-Lizenzen gibt es?

Nach der BSD-Lizenz mit 3 Klauseln kamen weitere Varianten hinzu. Die BSD-Lizenz mit 2 Klauseln, die das FreeBSD-Projekt ebenfalls 1999 veröffentlichte, strich sowohl die Unterstützungs- als auch die Werbeklausel der BSD-Lizenz mit 4 Klauseln. Eine weitere Variante ist die Zero-Clause-BSD-Lizenz. Sie enthält lediglich Urheberrechtshinweise und einen Haftungsausschluss; eine Anerkennung der Mitwirkenden oder die Weitergabe des Urheberrechtshinweises ist nicht vorgeschrieben.

Ist die BSD-Lizenz mit 3 Klauseln mit der GPL vereinbar?

Durch das Entfernen der Werbeklausel aus der BSD-Lizenz mit 4 Klauseln ist die BSD-Lizenz mit 3 Klauseln – ebenso wie spätere FreeBSD- und Zero-Clause-BSD-Lizenzen – mit GPLv3-Lizenzen vereinbar. Nutzer können Software unter den Bedingungen der BSD-Lizenz mit 3 Klauseln auch mit anderen Softwarelizenzen kombinieren. Prüfen Sie jedoch stets die Compliance-Anforderungen für Werke, die Komponenten unter verschiedenen Lizenzvereinbarungen enthalten.

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