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Juneteenth bei Snyk feiern

Artikel von
blog feature juneteenth

16. Juni 2023

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„Weil du deinen Finger in die Glasur gesteckt hast, darfst du noch ein Stück Kuchen haben, aber kein weiteres“, sagte meine Mutter eines Sommers bei einem Familiengrillfest zu mir. Damals war ich ungefähr sieben Jahre alt. Red Velvet Cake war als Kind mein absoluter Lieblingskuchen. Er musste mit Frischkäse-Glasur sein. Und zwar auf die echte und authentische Art. Bei unseren Familientreffen gab es immer großartiges Essen, aber diesen Kuchen liebte ich ganz besonders! In Guyana, der Heimat meiner Familie, isst man dieses Dessert nicht. Der afroamerikanische Mann meiner Tante machte sie damit bekannt, und sie lernte, ihn perfekt zuzubereiten. Habe ich schon die Frischkäse-Glasur erwähnt?

Erst Jahre später verstand ich, welche Bedeutung die rote Farbe hatte und warum besonders Schwarze im Süden am 19. Juni Red Velvet Cake aßen – dem Tag, der auch als Juneteenth bekannt ist. Damals wusste ich überhaupt nicht, was Juneteenth war. Erst mit über 20 hörte ich davon – eine für viele Menschen meiner Generation X typische Geschichte, ob Schwarz oder nicht.

Ich erfuhr, dass am 19. Juni 1865 etwa 2.000 Soldaten der Union in der Galveston Bay in Texas eintrafen, um bekannt zu geben, dass mehr als 250.000 versklavte Schwarze im Bundesstaat per Erlass frei waren – satte zwei Jahre nach der Emanzipationsproklamation, die alle versklavten Menschen in den Vereinigten Staaten befreit hatte. Dieser Tag wurde von den frisch befreiten Menschen in Texas als „Juneteenth“ bekannt. Später wurde er von Schwarzen in den gesamten Vereinigten Staaten gefeiert und nach zahlreichen Bemühungen von Aktivistinnen und Aktivisten 2021 in den USA zum bundesweiten Feiertag erklärt.

Juneteenth ist auch als „Emancipation Day“, „Freedom Day“ und als Amerikas „zweiter Unabhängigkeitstag“ bekannt und bedeutet für verschiedene Menschen Unterschiedliches. Bei Juneteenth-Feiern steht die Farbe Rot für den Kampf und das vergossene Blut der versklavten Menschen ebenso wie für ihre letztendliche Widerstandskraft. Dieser Red Velvet Cake, von dem ich als Siebenjährige einfach nicht die Finger lassen konnte, hatte eine Bedeutung. Viele Menschen vor mir hatten gekämpft, Blut vergossen und sogar ihr Leben verloren, damit ein junges Schwarzes Mädchen mit Migrationsgeschichte wie ich Freiheit genießen konnte – die Freiheit zu wählen, zu lieben, wen ich möchte, ein eigenes Haus zu besitzen, zu reisen, zu lernen, einen Beruf auszuüben und mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben (bis hin dazu, mir ganz ungeniert noch etwas Glasur zu nehmen, obwohl ich schon ein Stück gegessen hatte!).

Für viele ist Juneteenth eine Zeit, um mit Familie und Freunden zusammenzukommen. Für andere ist es eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, was noch getan werden muss, um institutionellen Rassismus und systemische Ungleichheit zu bekämpfen. Wenn ich über Juneteenth nachdenke, frage ich mich, was es bedeutet, „frei“ zu sein. Zugegeben: Die vergangenen 18 Monate haben die Vorstellungen vieler von uns davon, was Freiheit in den USA bedeutet, auf die Probe gestellt – sei es in Bezug auf Hautfarbe, Geschlecht, Geschlechtsidentität, ethnische Herkunft oder sexuelle Orientierung. Und angesichts der jüngsten Ereignisse in dem Bundesstaat, in dem ich derzeit lebe, ist meine Vorstellung von Freiheit stark erschüttert worden. Auf Schritt und Tritt scheint die Freiheit auf eine Weise eingeschränkt zu werden, die wir uns kaum hätten vorstellen können – trotz des persönlichen, unternehmerischen und gesellschaftlichen Engagements, das viele von uns gezeigt und mit dem wir erhebliche Fortschritte bei der Stärkung unserer persönlichen Freiheiten erzielt haben.

Doch meine Grundhaltung ist niemals Resignation; ich setze stets auf Hoffnung und ehre die Opfer meiner Vorfahren und ihrer Verbündeten. Seit ich erfahren habe, wie wichtig Juneteenth ist, bedeutet der Tag für mich vieles. Dazu gehört, Unternehmen in Schwarzem Besitz zu unterstützen, mich mit der Geschichte versklavter Schwarzer in den USA und der Karibik auseinanderzusetzen und – ja – mich intensiv mit dem Wissen über die Speisen zu beschäftigen, die wir zur Feier zubereiten: Sie nähren nicht nur unseren Körper, sondern sind auch Anlass, Dankbarkeit zu zeigen und innezuhalten. Zur Vorbereitung auf Juneteenth habe ich mir noch einmal High on the Hog von Netflix angesehen, eine Dokumentarserie darüber, wie Schwarze Küche die Vereinigten Staaten geprägt hat. Folge 4 mit dem Titel „Freedom“ beschäftigt sich ausführlich mit Juneteenth. Besonders beeindruckt hat mich, dass der Juneteenth-Historiker die Emanzipation in den USA als „Wunder“ bezeichnete. Es klang, als sei die Befreiung der versklavten Menschen etwas gewesen, das niemals hätte geschehen können. Seltsamerweise macht mir diese Beschreibung Mut – auch wenn wir heute mit Herausforderungen für die Freiheit konfrontiert sind, wie ich sie zu meinen Lebzeiten noch nicht erlebt habe. Denn ich weiß, dass dieses Wunder nicht ohne harte Arbeit, Opfer, Entschlossenheit und einen unermüdlichen Kampf möglich war. Trotz geringer Unterstützung, fehlenden Rechtsschutzes und selbst ohne Zugang zu Bildung fanden versklavte Menschen den Weg in die Freiheit. Natürlich war auch damals nicht alles vollkommen, doch für viele war es der Anfang der körperlichen und geistigen Emanzipation.

Feiern wir also Juneteenth und denken wir daran, was es bedeutet, frei zu sein. Schätzen wir diese Freiheit und setzen wir uns dafür ein, sie zu bewahren. Schließlich verdienen wir alle die Freiheit zu lernen, zu lieben, zu wachsen und nach unseren Vorstellungen zu leben – und dazu gehört auch, Red Velvet Cake zu Ehren unserer Vorfahren zu essen!

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