KI verändert die Softwareentwicklung. Hält Ihre Sicherheitsstrategie Schritt?
Snyk Team
29. Mai 2025
0 Min. LesezeitDie Softwareentwicklung erlebt ihren größten Wandel seit dem Aufkommen von Cloud und DevOps. Der Unterschied diesmal? Künstliche Intelligenz treibt diesen Wandel voran – und er vollzieht sich rasant.
KI-gestützte Coding-Tools haben sich in kürzester Zeit in den Workflows von Entwicklerinnen und Entwicklern etabliert. Agents und LLMs helfen Teams, schneller zu arbeiten, mehr zu automatisieren und völlig neue Wege zu gehen. Doch Tempo hat oft seinen Preis. Herkömmliche Sicherheitstools und -prozesse wurden nicht für diese neue Realität entwickelt – und setzen Unternehmen dadurch Risiken aus.
Wenn Sie gerade damit beginnen, KI zur Steigerung der Produktivität Ihrer Entwicklerinnen und Entwickler einzusetzen, sind Sie nicht allein. Wenn Sie sich jedoch weiterhin auf dieselben Sicherheits-Frameworks verlassen wie vor dem Aufkommen von KI, ist es Zeit für ein gründliches Umdenken.
Was ist AI TrustOps?
AI TrustOps ist ein neues Bereitschaftsmodell, das Unternehmen dabei unterstützt, im KI-Zeitalter Software zu entwickeln und zu sichern.
AI TrustOps ersetzt DevSecOps nicht, sondern ist dessen natürliche Weiterentwicklung. AI TrustOps berücksichtigt, dass sich die Beschaffenheit von Software verändert. Entwicklerinnen und Entwickler schreiben nicht mehr nur Code. Sie arbeiten mit KI-Assistenten zusammen, integrieren Modelle und setzen Agents ein, die eigenständig Entscheidungen treffen.
Diese Veränderungen eröffnen enorme Innovationschancen, bringen aber auch neue Arten von Risiken mit sich. Software wird schneller denn je geschrieben – oft von Tools, die den vollständigen Kontext dessen, was sie erstellen, nicht verstehen. KI-generierter Code kann auf den ersten Blick sauber und korrekt wirken und dennoch schwerwiegende Sicherheitslücken enthalten. Und je enger KI in Anwendungen integriert wird, desto dynamischer, komplexer und schwieriger mit herkömmlichen Tools zu sichernden werden die Systeme.
AI TrustOps hilft Unternehmen, vorausschauend zu handeln. Das Modell bietet einen strukturierten, praxisorientierten Ansatz, um Sicherheit und Vertrauen in die KI-gestützte Entwicklung zu integrieren, ohne Innovation auszubremsen.
Warum gerade jetzt?
Die Einführung von KI schreitet rasant voran, und die meisten Unternehmen sind bereits mittendrin.
Das Problem? Die Sicherheit hinkt oft hinterher. Von LLMs generierter Code weist eine deutlich höhere Schwachstellenrate auf. KI-Tools werden von Teams im gesamten Unternehmen eingesetzt – nicht nur von Entwicklerinnen und Entwicklern. Und KI-Agents beginnen, miteinander zu kommunizieren. Dadurch entstehen völlig neue Interaktionsflächen, die es zuvor nicht gab.
All das geschieht, bevor die meisten Unternehmen formelle Richtlinien oder Prozesse eingeführt haben. Shadow-AI-Projekte entstehen überall. Die Compliance-Vorgaben entwickeln sich noch. Und viele Sicherheitsteams kämpfen damit, Schritt zu halten.
Dieses Muster kennen wir bereits. Als DevOps und Cloud erstmals zum Mainstream wurden, waren Sicherheitsteams oft unvorbereitet. Darauf folgte eine Welle neuer Tools, Prozesse und kultureller Veränderungen – daraus entwickelte sich schließlich das, was als DevSecOps bekannt wurde.
KI sorgt für einen ähnlichen Umbruch. Doch das Tempo ist höher und es steht mehr auf dem Spiel.
Vielleicht sind Sie noch nicht bereit für KI, wenn:
Sie KI-Projekte erst überprüfen, nachdem sie bereits live gegangen sind.
Sie nicht nachverfolgen können, welcher KI-generierte Code oder welche Modelle eingesetzt werden.
Ihre Entwicklerinnen und Entwickler KI-Tools nutzen, Ihr Sicherheitsprogramm aber nicht Schritt hält.
Sie nicht festgelegt haben, wer für KI-Risiken verantwortlich ist.
Selbst erfahrene Sicherheitsteams spüren die Belastung. Der Wandel von deterministischen, codebasierten Systemen zu probabilistischen, modellgesteuerten Systemen erfordert eine neue Denkweise. Es geht nicht mehr nur darum, „wo die Bugs sind“, sondern auch darum, wie Systeme auf unvorhersehbare Weise lernen, sich weiterentwickeln und miteinander interagieren.

Was es braucht, um bereit zu sein
KI-gestützte Softwareentwicklung bringt nicht einfach nur neue Tools mit sich. Sie verändert, wie Software entsteht, wer sie entwickelt und was geschützt werden muss.
Zum ersten Mal können Menschen ohne klassische Entwicklungserfahrung allein durch die Interaktion mit KI in natürlicher Sprache funktionsfähige Anwendungen erstellen. Diese Demokratisierung der Softwareentwicklung ermöglicht enorme Agilitätsgewinne, lässt aber auch die Sicherheitsgrenzen schnell wachsen. KI-beschleunigtes Coding ermöglicht es Menschen ohne Ausbildung in sicherer Programmierung, am SDLC mitzuwirken.
Gleichzeitig werden Machine-Learning-Modelle neben herkömmlichem Code trainiert, feinabgestimmt und bereitgestellt. Dadurch entstehen Risikofaktoren, die von den meisten AppSec-Tools nicht berücksichtigt werden. Modell-Drift, Datenherkunft und Prompt-Injection waren vor einigen Jahren noch kein Thema – doch jetzt sind sie entscheidend, da der KI-native Bereich weiter wächst..
Bereitschaft bedeutet mehr, als nur ein paar neue Scanner einzubinden. Sie erfordert eine klare Strategie, teamübergreifende Zusammenarbeit und eine Unternehmenskultur, die eine sichere und verantwortungsvolle Einführung von KI priorisiert. Dazu gehört auch, proaktiv zu handeln: über die Schwachstellen von heute hinauszublicken und neu entstehende Risiken im Auge zu behalten.
Die gute Nachricht? Sie müssen nicht bei null anfangen. Vieles, was DevSecOps bereits geschaffen hat – Automatisierung, gemeinsame Verantwortung und sicheres Design –, lässt sich auf KI-Anwendungsfälle übertragen. Doch dafür braucht es gezielte Anstrengungen, um dieses Fundament richtig auszubauen.
Der große Wandel? Es geht nicht mehr nur darum, Software zu schützen. Es geht darum, Vertrauen in Ihren Teams, bei Ihren Kunden und in Ihren Systemen aufzubauen.
Sie suchen nach einem Framework für die nächsten Schritte?
Wir haben eines entwickelt.
Das AI Readiness Framework ist ein neues Modell, mit dem Sie einschätzen können, wo Sie heute stehen – und was nötig ist, um morgen bereit für KI zu sein. Ganz gleich, ob Sie gerade erst die KI-beschleunigte Entwicklung erkunden oder bereits KI-native Anwendungen bereitstellen: Das Framework bietet einen strukturierten Weg, auf dem Ihre Teams sicher entwickeln können.
Das Framework benennt fünf zentrale Schwerpunktbereiche – darunter Governance, sicheres Design, Risikogewährleistung und Unternehmenskultur – und erläutert, warum ausgereifte DevSecOps-Praktiken unverzichtbar sind, bevor Sie überhaupt beginnen.
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