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Best Practices für Cybersecurity-Audits
Was ist ein Cybersecurity-Audit?
Ein Cybersecurity-Audit identifiziert die Sicherheitsrisiken eines Unternehmens und überprüft IT-Systeme sowie die Richtlinien, Verfahren und Kontrollen, mit denen Risiken auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden. Je nach Risikotoleranz des Unternehmens kann die Reaktion auf die Ergebnisse eines Cybersecurity-Audits darin bestehen, das Risiko zu akzeptieren, zu vermeiden, zu mindern, zu teilen oder zu übertragen.
Ein proaktiver Umgang mit Cybersecurity-Risiken ist entscheidend, denn die geschäftlichen Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls können schwerwiegend sein:
Die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung stiegen 2022 auf erstaunliche 4,4 Millionen US-Dollar.
65 % der Opfer von Datenschutzverletzungen verlieren nach einem Vorfall das Vertrauen in ein Unternehmen.
60 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stellen ihren Betrieb innerhalb von sechs Monaten nach einem Angriff ein.
Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zu Vorteilen, Häufigkeit und Umfang von Cybersecurity-Audits sowie zu Best Practices.
Vorteile eines Cybersecurity-Audits
Unternehmen jeder Größe und aus allen Branchen können von Cybersecurity-Audits profitieren. Zu den Vorteilen zählen:
Sicherheitslücken in IT-Systemen und Netzwerken aufdecken
Anleitung zur kontinuierlichen Verbesserung Ihrer Cybersecurity-Position
Kundendaten, geistiges Eigentum und andere vertrauliche Informationen schützen
Sicherstellen, dass Ihre Software-Codebasis langfristig sicher und nachhaltig ist
Mit der sich schnell wandelnden globalen Cyberbedrohungslandschaft Schritt halten
Regulatorische Anforderungen und Änderungen der Rechtslage berücksichtigen
Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei Interessenten, Kunden und Geschäftspartnern aufbauen
Wann sollten Sie ein Cybersecurity-Audit durchführen?
Wichtig ist: Cybersecurity-Audits sind keine einmalige oder gelegentliche Maßnahme. In der sich schnell verändernden und ausweitenden Bedrohungslandschaft von heute suchen raffinierte Angreifer ständig nach neuen Lücken und Schwachstellen, die sie ausnutzen können. Daher empfehlen wir, Audits mindestens zweimal jährlich durchzuführen. Und sie sollten nicht nur nach einem Sicherheitsvorfall stattfinden! Ebenso wichtig ist eine gute Cybersecurity-Hygiene.
Weitere Faktoren, die Häufigkeit und/oder Zeitpunkt Ihrer Cybersecurity-Audits beeinflussen können:
In Ihrer Branche gelten möglicherweise Compliance-Anforderungen, die festlegen, wie oft Sie Ihre Cybersecurity überprüfen müssen.
Compliance-Gesetze wie DSGVO oder HIPAA können sich ändern. In diesem Fall sollten Sie ein neues Audit durchführen.
Vor einer Fusion oder Übernahme ist die Behebung von Compliance- oder Schwachstellenproblemen oft Voraussetzung. Dies kann auch Teil des technischen Due-Diligence-Prozesses sein.
Cybersecurity-Audit vs. Cybersecurity-Bewertung
Die Begriffe „Cybersecurity-Audit“ und „Cybersecurity-Bewertung“ werden häufig synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch.
Ein Cybersecurity-Audit ist ein formellerer, dokumentierter Prozess, der üblicherweise vom IT-Sicherheitsteam eines Unternehmens oder von einer auf Sicherheitsaudits spezialisierten Firma durchgeführt wird. Im Rahmen der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften kann ein Unternehmen außerdem verpflichtet sein, sich einem Audit durch einen unabhängigen externen Prüfer zu unterziehen.
Ein Cloud-Anbieter, der Geschäfte mit der US-Regierung machen möchte, muss beispielsweise den Status „Authorization to Operate“ (ATO) erlangen, indem er ein FedRAMP-Audit durch eine akkreditierte externe Bewertungsorganisation besteht.
Eine Cybersecurity-Bewertung hingegen ist meist eine interne Bestandsaufnahme zwischen offiziellen Audits. Bewertungen sind zwar weniger zeitaufwendig und streng als Audits, aber wertvoll, um sicherzustellen, dass Cybersecurity-Kontrollen dauerhaft wirksam bleiben. So lässt sich das gefürchtete Abdriften der Umgebung vermeiden, bei dem zwischen Audits nach und nach Sicherheitsprobleme auftreten.
In einem Softwareunternehmen ist es entscheidend, Cybersecurity-Bewertungen direkt in die täglichen Prozesse einzubinden, da beim Schreiben, Bereitstellen und Ändern von Code Tausende Gelegenheiten für Schwachstellen entstehen können. Infrastructure Drift ist beispielsweise ein häufig auftretender Fall, bei dem der tatsächliche Zustand der Infrastruktur nicht der Definition in Ihrer Infrastructure-as-Code-Konfiguration (IaC) entspricht. Ursachen dafür können menschliche Fehler, fehlerhafte Konfigurationen, unerwünschte Änderungen durch Apps und weitere Faktoren sein.
Drift-Erkennung begegnet solchen Herausforderungen, indem sie kontinuierlich auf Abweichungen überwacht und Entwickler schnell über neue Probleme und deren Behebung informiert. Werden fortlaufende Cybersecurity-Bewertungen in den Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) integriert, können Unternehmen Fehlkonfigurationen erkennen und Best Practices für Sicherheit sowohl während der Entwicklung als auch nach der Bereitstellung des Codes in der Produktionsumgebung durchsetzen.
Was umfasst ein Cybersecurity-Audit?
Ein Cybersecurity-Audit umfasst eine sorgfältige Prüfung der Informationssicherheitskontrollen, Richtlinien und Vorgaben Ihres Unternehmens. Das Audit deckt alle Aspekte der Cybersecurity ab: Datensicherheit, Systemsicherheit, Betriebssicherheit, Netzwerksicherheit und physische Sicherheit.
Mit einem umfassenden Cybersecurity-Audit können Sie Risikobereiche identifizieren, Schwachstellen und potenzielle Bedrohungen ermitteln, Geschäftspraktiken mit hohem Risiko aufdecken und Lücken in der Sicherheitsschulung Ihrer Mitarbeitenden angehen. Auf dieser Grundlage können Sie einen Aktionsplan mit Meilensteinen (POA&M) erstellen – einen Fahrplan mit Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Cybersecurity. Ein POA&M umfasst:
Die Prioritätenfolge der zu erledigenden Aufgaben
Vorgeschlagene Maßnahmen zur Behebung
Die für jede Aufgabe verantwortlichen Mitarbeitenden
Meilensteine, an denen sich der Erfolg ablesen lässt
Geplante Abschlusstermine
Mit diesem Ansatz bleiben Ihre Compliance-Maßnahmen übersichtlich, und Sie können Ihren Plan einfach im gesamten Unternehmen teilen. Erfahren Sie hier mehr über die drei Arten von Cybersecurity-Audits.
Best Practices zur Vorbereitung auf ein Cybersecurity-Audit
Die Vorbereitung auf ein Audit ist ein schrittweiser Prozess und sollte nicht in einer hektischen Stresssituation enden. Hier sind einige Best Practices für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Cybersecurity-Audits.
Relevante Compliance-Standards prüfen
Wenn Sie sich auf ein Cybersecurity-Audit vorbereiten, sollten Sie zunächst prüfen, welche Compliance-Vorschriften Sie erfüllen müssen, etwa HIPAA, PCI DSS, SOX oder DSGVO. Über gesetzliche Verpflichtungen hinaus möchten Sie sich möglicherweise an einem freiwilligen Standard wie ISO 27001 orientieren, um sich zertifizieren zu lassen – für Ihre eigene Sicherheit oder um eine vertragliche Anforderung eines Interessenten oder Kunden zu erfüllen.
In beiden Fällen können Compliance-Standards Ihrem Unternehmen dabei helfen, sich vor dem Audit vorzubereiten. Wenn Sie diese Informationen zudem mit Ihrem Auditor teilen, kann dieser detailliertere und umsetzbare Empfehlungen zur Behebung von Problemen geben, damit Sie langfristig compliant bleiben.
Ihre Datensicherheitsrichtlinie prüfen
Ein Cybersecurity-Audit sollte immer eine Überprüfung der Datensicherheitsrichtlinie beinhalten. Zu den wesentlichen Bestandteilen einer Datensicherheitsrichtlinie, auch Informationssicherheitsrichtlinie genannt, zählen:
Eine allgemeine Beschreibung des Zwecks der Richtlinie
Eine Definition der Ziele und Vorgaben des Programms
Eine ausführliche Darstellung des Geltungsbereichs und der Grenzen der Richtlinie
Namen und Positionen der Verantwortlichen für die Richtlinien und deren Aktualisierungen
Eine Liste der Vorschriften, deren Einhaltung die Richtlinie fördern soll
Angaben zu den Mindestanforderungen an Sicherheitskontrollen sowie zu den Verfahren und Prozessen, mit denen deren Wirksamkeit gewährleistet wird
Angaben zur Schulung der Nutzer und dazu, wie Mitarbeitende in der Befolgung der Richtlinie geschult werden
Bei der Entwicklung Ihrer Datensicherheitsrichtlinie sollten Sie ein Cybersecurity-Framework wie NIST CSF oder COBIT heranziehen. Ein bewährtes Framework hilft Ihrem Cybersecurity-Programm, effizient zu bleiben und gleichzeitig einen zentralen Überblick über das Risikomanagement zu ermöglichen.
Personal, Verantwortlichkeiten und Zugriffsrechte prüfen
Ein weiteres wichtiges Dokument, das eng mit Ihrer Datensicherheitsrichtlinie verknüpft ist, erfasst Sicherheitsrollen, Verantwortlichkeiten und Zugriffsebenen. Eine Liste der Mitarbeitenden, die direkt an Ihrem Cybersecurity-Programm beteiligt sind, und ihrer jeweiligen Aufgaben sorgt für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit. Außerdem kann Ihr Auditor so Ihre Cybersecurity-Architektur besser verstehen und gezieltes Feedback an die richtigen Stellen richten.
Ihre Netzwerkstruktur dokumentieren
Da eines der Hauptziele des Audits darin besteht, Sicherheitslücken im Netzwerk Ihres Unternehmens aufzudecken, empfiehlt es sich, den aktuellen Zustand Ihrer IT-Infrastruktur in einem Netzwerkdiagramm festzuhalten. Diese Übersicht über Ihr Netzwerkdesign hilft Ihrem Auditor außerdem, die Netzwerkgrenzen und -architektur sowie das Zusammenspiel verschiedener Ressourcen zu verstehen.
Ihren Softwareentwicklungsprozess skizzieren
Wie bereits erwähnt, gehört die Gewährleistung von Sicherheit während des gesamten SDLC zu den wichtigsten Aspekten der Cybersecurity für Technologieunternehmen von heute. Da sich Schwachstellen verstärken und auf alle Nutzer einer Software ausbreiten können, müssen sie so früh wie möglich im Prozess entdeckt und behoben werden.
Wenn Sie Ihre CI/CD-Pipeline – von der Planungsphase bis zur Bereitstellung – skizzieren, können Sie erkennen, wo sich Shift-Left-Security umsetzen lässt. Es steht außer Frage, dass die Behebung eines Softwarefehlers in der Produktionsphase um ein Vielfaches schwieriger und kostspieliger ist als in den früheren Phasen von Design, Implementierung oder Test.
Wie Snyk Ihre Cybersecurity-Audits unterstützen kann
Bei der Vorbereitung auf ein Cybersecurity-Audit oder nach Erhalt von Empfehlungen zur Behebung durch einen Auditor werden Sie wahrscheinlich Möglichkeiten entdecken, die Sicherheit Ihres SDLC zu verbessern.
Auch wenn die Umsetzung von Shift-Left-Security komplex und abschreckend erscheinen mag, erleichtern moderne Tools für Entwickler-Sicherheitsprozesse (DevSecOps) es Entwicklern mehr denn je, mehr Verantwortung für Cybersecurity zu übernehmen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Snyk Entwicklern ermöglicht, Sicherheitsmaßnahmen in die Tools (IDEs, CLIs, Git usw.) und Workflows zu integrieren, die sie bereits nutzen.
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