In this article
Schadcode erklärt
Alle hören von den Sicherheitslücken auf Websites, die durch schädliche Viren und Code entstehen. Doch was genau ist Schadcode und wie wirkt er sich auf Anwendungsnutzer und Entwickler aus? Beginnen wir mit einer präzisen Definition von Schadcode:
Was ist schädlicher Code?
Schädlicher Code ist ein Code oder eine Malware, die gängige Schwachstellen in Systemen ausnutzen kann. Angriffe können auf verschiedenen Wegen erfolgen, etwa durch Viren, Würmer, Skriptangriffe, Hintertüren, aktive Inhalte und Trojaner. Malware kann über E-Mail-Anhänge, nicht vertrauenswürdige Websites, verdächtige Links und andere Quellen auf Ihr System gelangen.
Angreifer, die Schadcode einsetzen, verfolgen mit der Verbreitung ihres schädlichen Codes in Unternehmensanwendungen einige grundlegende Ziele:
Vertrauliche Daten stehlen, um finanziellen Gewinn zu erzielen, etwa durch den Verkauf von Kreditkarteninformationen
Aus technischem Ehrgeiz Schaden anrichten, indem Warnmeldungen ausgelöst und Server geringfügig beeinträchtigt werden
Rache an einem Unternehmen nehmen, etwa als frustrierte aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter
Einen Terrorangriff verüben, etwa indem digitale Ressourcen einer Behörde oder eines Unternehmens als Geisel genommen und Lösegeld gefordert wird
Schadcode kann Website-Schutzmaßnahmen in vielen Formen durchdringen, zum Beispiel als:
ActiveX-Steuerelemente
Skriptsprachen, die Skripte oder Befehle über Injection-Techniken einschleusen
Java-Applets
Browser-Plug-ins
Übertragene Inhalte, die einzelne Nutzer oder eine große Anzahl von Nutzern erreichen können
Schadcode betrifft nicht nur Server, vernetzte Computer oder Laptops. Angreifer nutzen ebenso gern Tablets, Smartphones und andere Mobilgeräte aus.
Unternehmenssysteme verwenden häufig wiederverwendbare Komponenten und sind daher besonders anfällig für Schadcode. Eine einzige Schwachstelle oder ein Programmierfehler, der Angreifern Tür und Tor öffnet, kann mehrere Anwendungen betreffen und so ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem verursachen.
Welche Beispiele für Schadcode gibt es?
Zu den Beispielen für Schadcode zählen Backdoor-Angriffe, Skriptangriffe, Würmer, Trojaner und Spyware. Jede Art von Schadcode-Angriff kann eine ungeschützte IT-Infrastruktur sehr schnell verwüsten oder für eine festgelegte Zeit auf Servern warten, bis ein Auslöser den Angriff aktiviert. Branchenstudien zeigen, dass es oft Wochen oder Monate dauert, bis Schadcode entdeckt wird – häufig erst, nachdem der Schaden bemerkt und die Bedrohung abgewehrt wurde.
Backdoor-Angriffe
Bei einem Backdoor-Angriff kann der Schadcode eine Anwendung übernehmen, um Geschäftsgeheimnisse aus Unternehmensdatenbanken auszulesen, Mitarbeiterdaten für Identitätsdiebstahl zu stehlen, wichtige Dateien zu löschen und sich von einem Server auf einen anderen auszubreiten. Schadcode kann unbemerkt eingeschleust werden und tagelang oder sogar monatelang Informationen sammeln und an den Angreifer senden.
Skriptangriffe
Script-Injection kann die Funktionalität einer Anwendung verändern, sodass sie auf einen anderen Server umgeleitet wird, andere Datenbanken verwendet, zusätzliche nicht autorisierte Daten abruft oder Webseiten verändert.
Trojaner und Spyware
Schadcode kann auf infizierten Computern unentdeckt bleiben und lediglich aufgerufene Anwendungen und Websites überwachen. Sobald wichtige Informationen wie Bankkontodaten oder Passwörter gestohlen wurden, werden sie an den Täter weitergeleitet.
Würmer
Wurmangriffe sind darauf ausgelegt, sich selbst über mehrere Computer oder Unternehmensnetzwerke hinweg zu vervielfältigen. Dabei stehlen oder zerstören sie oft Dateien und wichtige Daten.
Beispiele für Schadcode-Angriffe
Hacker arbeiten ständig daran, technische Schutzmaßnahmen gegen Schadcode zu umgehen. Zu den bekannteren Beispielen für schädliche Angriffe zählen:
Trojaner – Emotet – tarnt sich als für Nutzer nützliche Anwendung
Würmer – Stuxnet – verbreitete sich über vernetzte Computer
Bots – Echobot – startete eine Flut von Angriffen
Ransomware – RYUK – verhindert den Zugriff auf Unternehmensressourcen, bis das Lösegeld gezahlt wird
Woran erkennen Sie, dass Ihr System Schadcode enthält?
Für Computernutzer gibt es mehrere Anzeichen dafür, dass sich Schadcode im System befindet:
Leistungsprobleme ohne erkennbaren Grund (keine neue Software installiert)
Häufige Systemabstürze
Änderungen an der Browser-Startseite oder den Kontopasswörtern
Unbekannte Programme, die in der Taskleiste oder beim Systemstart ausgeführt werden
Schadsoftware in Webanwendungen oder Unternehmensnetzwerken zu erkennen, ist deutlich komplizierter. Die Analyse von Netzwerkressourcen und Website-Quellen auf Malware oder verschiedene Arten von Schadcode umfasst kontinuierliche Überwachung, die Prüfung von Systemprotokollen und den Einsatz ausgefeilter Sicherheitstools.
Wie schützen Sie sich vor Schadcode?
Für Unternehmensleitungen und Sicherheitsteams ist der Schutz vor Schwachstellen in Webanwendungen und Schadcode eine anspruchsvolle Aufgabe.
Umfassender Schutz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz für die Sicherheit von Anwendungen, Netzwerken und Daten. Dazu gehören:
Weisen Sie Mitarbeiter darauf hin, wie wichtig es ist, unerwartete E-Mails von externen Absendern niemals zu öffnen. Öffnen Sie insbesondere keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links in solchen E-Mails.
Installieren und aktualisieren Sie auf allen Computern Antivirensoftware als erste Schutzmaßnahme.
Blockieren Sie Pop-ups, um unbeabsichtigte oder absichtliche Klicks auf potenziell schädliche Links zu verhindern.
Verwenden Sie für Webanwendungen möglichst wenige Berechtigungen. So schränken Sie die Zugriffsrechte ein und verhindern, dass Hacker Schadcode auf kritische Systeme ausweiten können.
Halten Sie Software auf dem neuesten Stand, damit alle relevanten Sicherheitspatches und Verbesserungen enthalten sind.
Scannen Sie Websites und Code regelmäßig auf Schadcode.
Setzen Sie sichere Firewalls für den gesamten Netzwerkverkehr ein.
Verwenden Sie Softwaretools, um verdächtige Aktivitäten zu überwachen. Achten Sie insbesondere auf die Nutzung nicht autorisierter Websites, Zugriffe auf Bankkonten sowie E-Mails an oder von unbekannten E-Mail-Konten.
Nutzen Sie sichere VPN-Software für Mitarbeiter, die von zu Hause, beim Kunden oder am Einsatzort oder über öffentliche Netzwerke auf Unternehmenssysteme zugreifen.
Stellen Sie grundsätzlich sicher, dass autorisierte und verantwortliche Mitarbeiter die Systemprotokolle auf verdächtige Aktivitäten überwachen. So können potenzielle Sicherheitsprobleme oder Schadsoftware proaktiv erkannt werden.
Starten Sie mit Capture the Flag
Erfahren Sie in unserem virtuellen On-Demand-Workshop für Einsteiger, wie Sie Capture-the-Flag-Herausforderungen lösen.