Java wird 25 – reift die Sprache wie guter Wein oder wird sie sauer?
22. Mai 2020
0 Min. LesezeitAm 23. Mai 1995 veröffentlichte Sun Microsystems Java. Damit wird Java 25 Jahre alt – ein Grund zum Feiern! 25 Jahre sind für eine Programmiersprache allerdings schon ziemlich alt, oder? Werfen wir einen Blick auf die Programmiersprache, das Ökosystem, die Community und die Zukunft von Java und versuchen wir herauszufinden, ob Java wie guter Wein gereift oder eher sauer geworden ist.
TL;DR – Auch wenn es Aspekte und Änderungen in Java gibt, mit denen nicht alle einverstanden sind oder an die sich nicht alle gewöhnen konnten: Das Ökosystem ist lebendig, und die Sprache entwickelt sich rasant weiter und reift wie ein edler kalifornischer Cabernet Sauvignon.
James Gosling, Mike Sheridan und Patrick Naughton starteten das Java-Sprachprojekt bereits 1991. 1995 veröffentlichte Sun Microsystems die erste Version. James Gosling entwickelte die Sprache mit einer Syntax im Stil von C/C++, sodass Programmierer sich sehr leicht mit Java vertraut machen konnten. Ziel der Sprache war es, sie auf den verschiedensten Systemen ausführen zu können, ohne den Code dafür anpassen zu müssen. Mit der Veröffentlichung von Laufzeitumgebungen für alle gängigen Plattformen entstand das WORA-Prinzip: „Write Once, Run Anywhere“ (einmal schreiben, überall ausführen).
Mit 25 Jahren könnten Kritiker sagen, Java sei alt und eine Sprache wie Java habe keinen Platz mehr. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass Java nach wie vor zu den beliebtesten Programmiersprachen zählt. Außerdem sind auch andere sehr beliebte Sprachen wie JavaScript und Python etwa gleich alt: JavaScript entstand 1995, die erste Version von Python geht auf das Jahr 1990 zurück.
Das Java-Ökosystem
Java ist mehr als nur eine Sprache – die JVM (Java Virtual Machine) und ihr Ökosystem haben sich im Laufe der Jahre stark weiterentwickelt. Es entstanden weitere Sprachen, die auf der JVM laufen und ebenfalls beliebt wurden, zum Beispiel Scala, Groovy und in jüngerer Zeit Kotlin. Doch der JVM-Bericht 2020 zeigt, dass Java selbst nach wie vor die beliebteste Sprache auf der JVM ist.
Die neueste Version ist Java 14, die am 17. März 2020 veröffentlicht wurde. Mit neuen Sprachfunktionen wie erweiterten switch-Ausdrücken, Textblöcken, hilfreichen NullPointerExceptions und Records ist die Behauptung, Java entwickle sich nicht weiter oder sei tot, schlichtweg falsch. Tatsächlich entwickelt sich Java schneller weiter als je zuvor. Vielleicht sogar so schnell, dass Java-Entwickler kaum noch Schritt halten können – der JVM-Bericht 2020 zeigt, dass viele nicht auf die neueste Version aktualisieren. Unabhängig davon, ob Entwickler mit dem neuen Veröffentlichungstempo Schritt halten: Java lebt.
Das Java-Ökosystem umfasst mehr als nur die JVM und die darauf laufenden Sprachen. Mit der Einführung von Paketmanagern wie Maven im Jahr 2002 und Gradle im Jahr 2007 wurde es deutlich einfacher, Bibliotheken und Frameworks von Drittanbietern in Java-Projekte einzubinden. Bekannte Bibliotheken wie Apache Commons, Eclipse Collections und Tausende weitere bereichern das Ökosystem enorm. Frameworks wie Quarkus und Spring(Boot) erleichtern die Anwendungsentwicklung erheblich. Spring ist derzeit das dominierende Framework im Ökosystem und für unzählige Anwendungen unverzichtbar.
Auf dem neuesten Stand bleiben
Java und sein Ökosystem wachsen rasant. Neue Funktionen und Fehlerbehebungen erscheinen in der Sprache ebenso wie in Bibliotheken und Frameworks von Drittanbietern in hohem Tempo. Dank einer großen Community, die die Sprache unterstützt, verschiedene JDK-Distributionen (Java Development Kit) bereitstellt und Open-Source-Bibliotheken pflegt, entwickelt sich das Ökosystem schnell weiter. Die größte Herausforderung besteht für Entwickler derzeit darin, mit diesem Tempo Schritt zu halten. Nicht nur verwenden viele noch alte Java-Versionen in der Produktion – Anfang 2020 setzten 64 % weiterhin Java 8 in der Produktion ein –, dasselbe gilt auch für veraltete Bibliotheks- und Framework-Versionen.
Veraltete Abhängigkeiten setzen Sie zunächst bekannten Schwachstellen aus, die Ihrem System schaden können. Snyk unterstützt Sie dabei, Ihre Projekte zu scannen und Fehler zu beheben. Außerdem wird ein Upgrade auf neuere Versionen umso schwieriger, je länger Sie es aufschieben. Wenn Sie nicht aktualisieren, bauen Sie automatisch technische Schulden auf, die mit der Zeit wachsen.

Fazit
Java ist nach wie vor eine lebendige Sprache mit einem dynamischen Ökosystem – möglich macht das die große, aktive Community. Auch wenn manche Änderungen nicht überall auf Begeisterung stoßen, lässt sich festhalten: Die Sprache entwickelt sich weiterhin rasant. Aktualisierungen auf neuere Versionen Ihrer Java-Distribution und Ihrer Bibliotheken sind jetzt entscheidend und werden es auch in naher Zukunft bleiben.
Kurz gesagt: Java lebt und ist quicklebendig. Auch wenn es Aspekte und Änderungen in Java gibt, mit denen nicht alle einverstanden sind oder an die sich nicht alle gewöhnen konnten: Das Ökosystem ist lebendig, und die Sprache entwickelt sich rasant weiter und reift wie ein edler kalifornischer Cabernet Sauvignon.
Alles Gute zum 25. Geburtstag, Java!
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