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Was wäre, wenn alle programmieren könnten?
KI und große Sprachmodelle (LLMs) verändern, wer programmieren kann. Tools, für die früher fundierte technische Kenntnisse erforderlich waren, sind heute für alle zugänglich, die beschreiben können, was sie entwickeln möchten. Dieser Wandel bringt eine neue Generation von „Citizen Developern“ hervor: Menschen aus verschiedensten Abteilungen und Funktionen, die mithilfe von KI eigenständig Anwendungen erstellen, Aufgaben automatisieren und geschäftliche Probleme lösen.
Wenn jedoch immer mehr Menschen ohne die üblichen Schutzmaßnahmen Code schreiben, stehen Unternehmen vor neuen Herausforderungen. Sicherheit, Data Governance und Aufsicht lassen sich schwerer gewährleisten, wenn außerhalb etablierter Prozesse entwickelt wird. Die Risiken sind real – von versehentlicher Offenlegung von Daten bis zum unkontrollierten Wachstum der Schatten-IT.
Um diesen Wandel optimal zu nutzen, brauchen Unternehmen eine Möglichkeit, diese neue Generation von Entwicklern zu unterstützen, ohne Sicherheit, Governance oder Kontrolle aus den Augen zu verlieren.
Vorbereitung auf die nächste Milliarde Entwickler
Eine Milliarde Entwickler klingt vielleicht übertrieben, doch das Szenario wirkt immer weniger wie Science-Fiction und immer mehr wie eine Realität, die unmittelbar bevorsteht. KI baut Einstiegshürden ab und bringt immer mehr Menschen dazu, für alles Mögliche zu programmieren – von einmaligen Skripten über persönliche Projekte bis hin zu alltäglichen Arbeitsaufgaben.
Doch KI-Tools helfen nicht nur Einsteigern. Erfahrene Entwickler nutzen sie, um schwierigere Probleme zu lösen, schneller voranzukommen und sich auf Aufgaben mit höherem Mehrwert zu konzentrieren. Die Art und Weise, wie Menschen Software schreiben, verändert sich – und ist längst nicht mehr ausschließlich ausgebildeten Fachkräften vorbehalten.
Mit den Fortschritten der KI schwindet der Abstand zwischen Entwicklern und Nicht-Entwicklern. Menschen, die sich nie als technisch versiert gesehen haben, wirken nun an Codebasen mit, automatisieren Workflows und entwickeln echte Tools. Der Aufstieg dieser „Citizen Developer“ verändert, wie Software entwickelt wird und wer daran beteiligt ist.
Für Unternehmen wirft dieser Wandel grundlegende Fragen auf. Wie sieht Softwareentwicklung aus, wenn fast alle programmieren können? Und wie passen sich Teams an, wenn die Fähigkeit zu entwickeln nicht mehr auf eine kleine Gruppe von Spezialisten beschränkt ist?
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Zwei Arten von Citizen Developern: spezialisierte Plattformen und Prompts in natürlicher Sprache
KI ermöglicht es mehr Menschen, Software zu entwickeln. Dafür nutzen sie vor allem zwei Wege: spezialisierte Plattformen und Tools für natürliche Sprache.
Viele Beschäftigte nutzen Low-Code- und Automatisierungsplattformen, um interne Tools zu entwickeln oder wiederkehrende Aufgaben effizienter zu gestalten. Tools wie Retool, n8n und Salesforce erleichtern es auch Nicht-Entwicklern, Datenbanken zu verknüpfen, Workflows zu erstellen und Geschäftsprozesse zu automatisieren – alles über einfache Benutzeroberflächen und mit minimalem Programmieraufwand.
Retool unterstützt Teams bei der Entwicklung interner Apps, indem es vorhandene APIs und Datenquellen nutzt. n8n ermöglicht die Automatisierung komplexer Workflows per Drag-and-drop. Mit Salesforce lassen sich außerdem CRM-Aufgaben wie die Vertriebsansprache und Marketing-Follow-ups automatisieren, ohne herkömmlichen Code zu schreiben.
Dank dieser Tools müssen Beschäftigte nicht mehr auf Entwickler- oder IT-Teams warten, um Aufgaben zu erledigen. Sie können Probleme selbst lösen, Projekte beschleunigen und im gesamten Unternehmen Zeit freisetzen. Das ist ein wichtiger Grund für die steigende Nachfrage nach Low-Code-Tools: Sie geben Teams die Freiheit, schneller voranzukommen.
Gleichzeitig nutzen andere Anwender KI-Assistenten, die Code aus einfachem Englisch generieren. Plattformen wie GitHub Copilot und Claude erleichtern das Schreiben von Skripten, Bereinigen von Daten oder Ausführen einfacher Analysen – ganz ohne formelle Schulung. Beschreiben Sie einfach, was Sie tun möchten, und das Tool erledigt den Rest.
Dieser Zugang ist besonders hilfreich für Teams, die schnelle, einfache Lösungen statt umfassender Anwendungen benötigen. Er verkürzt die Lernkurve, spart Zeit und ermöglicht es mehr Menschen, zu Aufgaben beizutragen, die früher ausschließlich in der Entwicklungsabteilung lagen.
Zusammengenommen machen diese Tools die Softwareentwicklung für immer mehr Menschen zugänglich. Sie vereinfachen nicht nur das Programmieren, sondern machen Technologie zugänglicher, inklusiver und offener für Experimente. Gleichzeitig werfen sie neue Fragen auf: Was geschieht mit traditionellen Entwicklerrollen? Und wie stellen wir sicher, dass die Sicherheit Schritt hält, wenn alle programmieren können?

Wenn alle entwickeln, wächst auch die Schatten-IT
Schatten-IT breitet sich rasant aus, da KI-generierter Code und Low-Code-Plattformen immer verbreiteter werden. Beschäftigte entwickeln eigenständig Tools – oft ohne die IT einzubeziehen, einfach weil sie es können. Diese Eigenständigkeit kann zwar die Produktivität steigern, bringt hinter den Kulissen aber auch Risiken und Komplexität mit sich.
Zu viele Tools, zu wenig Einblick
Wenn Teams eigene Apps oder Workflows entwickeln, hat die IT oft keinen Einblick darin, wie sie funktionieren, auf welche Daten sie zugreifen oder wie sie abgesichert sind. Jedes Tool kann andere Authentifizierungsmethoden verwenden, Daten an unterschiedlichen Orten speichern oder grundlegende Sicherheitsprüfungen ganz auslassen. Dadurch wird die Verwaltung der Infrastruktur schwieriger und Probleme bleiben leichter unbemerkt.
Daten sind schnell unterwegs – manchmal ohne Leitplanken.
Citizen Developer arbeiten häufig mit echten Geschäftsdaten, Kundeninformationen, Finanzdaten und internen Unterlagen. Auch Beschäftigte mit den besten Absichten können ohne angemessene Schulung oder Aufsicht versehentlich Compliance-Risiken verursachen oder vertrauliche Daten offenlegen. Ohne einheitliche Governance lässt sich nur schwer feststellen, welche Tools Standards erfüllen und welche nicht.
Unterstützung beginnt mit gemeinsamer Verantwortung
Diese Probleme zu lösen bedeutet nicht, alles zu unterbinden, sondern Orientierung zu geben. Unternehmen können klare Sicherheitsrichtlinien, schlanke Genehmigungsprozesse und praxisnahe Schulungen anbieten, die Beschäftigten dabei helfen, sicher zu entwickeln. IT-Teams sollten außerdem über Tools verfügen, mit denen sie verfolgen können, was entwickelt wird, und bei Bedarf eingreifen können.
Innovation muss nicht bedeuten, die Kontrolle zu verlieren
Wenn Teams Probleme eigenständig lösen können, führt das zu schnelleren und kreativeren Ergebnissen. Am besten funktioniert das jedoch, wenn diese Freiheit mit Unterstützung einhergeht. Arbeiten IT und andere Abteilungen zusammen, lassen sich Innovation und wirksame Governance miteinander vereinbaren und sichere Lösungen skalieren, ohne jemanden auszubremsen.

Angreifer in Low-Code-KI-Plattformen
Mit der zunehmenden Beliebtheit von Low-Code- und KI-gestützten Entwicklungsplattformen werden diese auch zu bevorzugten Zielen für Angreifer. Viele dieser Tools wurden auf Geschwindigkeit und einfache Nutzung ausgelegt, nicht auf gehärtete Sicherheit. Wenn Nicht-Experten Anwendungen ohne sichere Standardeinstellungen oder Aufsicht entwickeln, können Schwachstellen unbemerkt bleiben.
Mehr Tools, mehr Risiken – besonders in den Händen neuer Entwickler
Citizen Developern fehlt häufig eine formelle Schulung zu sicheren Programmierpraktiken. Das ist nicht ihre Schuld – es gehört einfach nicht zu ihren Aufgaben. Doch dadurch verfügen die von ihnen entwickelten Tools möglicherweise nicht über grundlegende Schutzmaßnahmen wie Eingabevalidierung, Authentifizierung oder Verschlüsselung. Angreifer wissen das und suchen gezielt nach einfachen Angriffsmöglichkeiten: Skripten mit offenen Endpunkten, falsch konfigurierten Zugriffskontrollen oder Apps, die ohne Schutzmaßnahmen auf vertrauliche Daten zugreifen.
Schnell entwickeln – aber mit Unterstützung
Unternehmen können nicht erwarten, dass Citizen Developer wie Security Engineers denken – und das sollten sie auch nicht. Wirksamer ist es, klare Leitplanken vorzugeben: grundlegende Sicherheitskontrollen, automatisierte Prüfungen auf bekannte Probleme und sichere Muster, an denen sie sich orientieren können. Regelmäßige Audits und automatisierte Tests helfen, sind aber nur ein Teil der Lösung.
Sicherheit als gemeinsame Kompetenz statt als Hindernis
Sicherheitsschulungen müssen nicht mit erhobenem Zeigefinger erfolgen. Kurzanleitungen, integrierte Vorlagen und bedarfsgerechte Schulungen können viel bewirken. Vermitteln Sie Beschäftigten, wie sie verantwortungsvoll mit Daten umgehen, riskantes Verhalten erkennen (etwa API-Schlüssel in gemeinsam genutzte Dokumente zu kopieren) und die Auswirkungen ihrer Entwicklungen bedenken.
Arbeiten Sie mit Ihren Citizen Developern – nicht an ihnen vorbei
Zusammenarbeit ist der beste Schutz. Wenn IT- und Sicherheitsteams mit Citizen Developern zusammenarbeiten, statt sie zu kontrollieren, entsteht Vertrauen – und bessere Ergebnisse. So wird eine Grundlage geschaffen, auf der alle schnell und sicher entwickeln können, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Ob Sie bereit sind oder nicht: Alle können programmieren. Die Frage ist: Kann Ihr Unternehmen sie dabei sicher unterstützen?
Citizen Developer zu befähigen bedeutet nicht, die Sicherheitsstandards zu senken. Vielmehr müssen wir unsere Vorstellung davon ändern, wer Software entwickelt, wie wir sie verwalten und welche Unterstützung erforderlich ist. Mit KI-gestützten Tools und den richtigen Leitplanken, Schulungen und Zusammenarbeit können Teams schneller arbeiten, ohne die Kontrolle aufzugeben.
Snyk hilft Unternehmen, immer einen Schritt voraus zu sein, indem Sicherheit in jede Phase des Entwicklungsprozesses integriert wird – von Tools, die Citizen Developer erstellen, bis hin zu Anwendungen auf Enterprise-Niveau.
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