KI-ready – ja oder nein? Im Allgemeinen halten die Befragten ihr Unternehmen im Hinblick auf KI-Tooling für gut vorbereitet. So erachten sie die zugehörigen Security Policies allgemein als ausreichend, KI-generierten Code als sicher und ihr Unternehmen als KI-ready. Bei der Sicherheit von KI-Coding-Tools sind die Meinungsbilder jedoch diffuser. Alle drei Rollen sehen Sicherheitsbedenken als größte Hürde für die Einführung von KI-Coding-Tools. Bei weniger als einem Fünftel der Befragten wurden im Unternehmen POCs durchgeführt – diese sind jedoch ein essenzieller Schritt bei der Einführung neuer Technologien. Weniger als die Hälfte aller Teilnehmer berichtet von Schulungen zu KI-Coding-Tools für die Mehrheit ihrer Entwickler. Diese teils widersprüchlichen Resultate könnten auf einen Mangel an strategischer Planung hindeuten, ebenso auf eine eher unstrukturierte Implementierung von KI.
Zwischen den einzelnen Rollen lassen sich klare Unterschiede im Hinblick auf ihre Einschätzung von Code-Qualität, Tool-Sicherheit und allgemeinen KI-Vorbereitung im Unternehmen beobachten. C-Levels bewerten KI-Coding-Tools und die KI-Readiness ihres Unternehmens allgemein positiver als Teilnehmer, die direkter mit Code, Security-Prozessen und -Richtlinien interagieren. Insbesondere AppSec-Professionals weisen eine vergleichsweise skeptische Haltung zur Sicherheit von KI-Coding-Tools auf. Hier kann man davon ausgehen, dass Probleme, die durch KI-generierten Code entstehen, für diese wichtige Gruppe akuter sichtbar sind.
Diese Gegensätze legen unzureichende Planung oder strategische Mängel bei der Einführung von KI-Tools nahe. Auch lassen sie auf eine ungenaue Erfassung und unvollständige Erfüllung der Vorbedingungen schließen. Dies könnte mangelnder abteilungsübergreifender Transparenz geschuldet sein. Ähnlich wie bei Smartphones und bestimmten Software-Lösungen für Privatanwender könnte hier die anfänglich unkontrollierte Einführungsdynamik ursächlich sein, bevor es dann zu einer Standardisierung durch IT-Fachbereiche kommt. Wie gut sich die Nutzung im weiteren Verlauf wird kontrollieren lassen, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wäre es ratsam für Unternehmen, KI-Coding-Tools strukturierter zu implementieren, ähnlich wie bei anderen Technologien in einer Enterprise-Umgebung. Damit sollten sich auch Sicherheitsbedenken besser adressieren lassen – speziell für Entwickler und Security-Teams, die in dieser Hinsicht noch die größte Skepsis zeigen. Erforderlich hierfür sind bessere Kontrollmechanismen, die diesen Paradigmenwechsel in der Software-Entwicklung mit einem klar definierten, umfassenden Konzept ermöglichen.